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Wie saugt man besser – mit oder ohne Staubbeutel?

Wer denkt, Staubsauger sei Staubsauger, irrt. Denn rund um dieses Reinigungsgerät hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren eine Menge getan. Wobei die meisten Innovationen relativ unspektakulär daherkommen. Das gilt auch und erst recht für den Staubsauger ohne Beutel. Das Prinzip ist alt und wurde vom Briten James Dyson Ende der Siebzigerjahre auf das entsprechende Haushaltsgerät angewendet – als Vorbild diente der Fliehkraftabscheider, mit dem im Sägewerk die herumwirbelnden Späne eingefangen werden. Dyson nannte seine Staubsauger „Zyklon“, weil im Inneren ein künstlicher Wirbelsturm dafür sorgt, dass Staubpartikel aus der angesaugten Luft in den Staubbehälter geschleudert werden. Der Behälter war und ist so ausgelegt, dass er vom Sauger abgenommen, in den Hausmüll entleert und ausgewaschen werden kann.

Lauter und tendenziell problematisch für Allergiker

„Nie wieder Staubsaugerbeutel!“ lautet der Schlachtruf, denn auf den ungeliebten Papiersack, in dem sich die Wollmäuse aufhalten, verzichten jeder Hausmann und jede Hausfrau gern. Aber der beutellose Staubsauger nach dem Fliehkraftprinzip hat auch Nachteile. Bauartbedingt entwickeln Geräte dieser Sorte im Betrieb eine größere Lautstärke als ihre traditionellen Kollegen; zumal die extrem schnell wirbelnde Luft auch noch hohe Frequenzen erzeugt, die von manchen Menschen als unangenehm empfunden werden.

Problematisch für Allergiker wird es beim Entleeren des Staubbehälters. Während man einen Staubsaugerbeutel, sofern er vorsichtig entnommen wird, fast ohne Feinstaub-Emission entsorgen kann, ist dies beim Gerät ohne Beutel schwer möglich. Gelegentlich wird kolportiert, dass Verwirbelungssauger nicht so gut reinigen wie traditionelle Geräte. Das scheint aber nicht nachweisbar zu sein. An der Saugleistung könnte es auch nicht liegen, denn die steht der von Saugern mit Beuteln durchweg in nichts nach.

Der Ärger mit den teuren Beuteln

Ein grundsätzlicher Nachteil der herkömmlichen Sauger ist praktisch nicht zu vermeiden: Je mehr aufgesaugter Schmutz im Beutel gelandet ist, desto schlechter reinigt das Gerät. Das ist besonders ärgerlich bei den beliebten handlichen Saugern mit ihren ziemlich kleinen Beuteln, die in Nullkommanichts voll sind. Da muss relativ häufig gewechselt werden, und das geht ins Geld. Bei Saugern nicht sehr verbreiteter Marken kann es zudem zum Problem werden, passende Beutel überhaupt zu bekommen. Daher geht der Trend zu Staubbeuteln mit deutlich größerem Volumen; fünf Liter Fassungsvermögen werden bei normalgroßen Geräten inzwischen zum Standard.

Zweite Schwachstelle bei Saugern mit Beuteln ist die Abluft. Denn längst nicht alles, was angesaugt wurde, landet im Beutel. Gerede die für Allergiker schädlichen Feinstaubpartikel werden wieder abgegeben und müssen unbedingt ausgefiltert werden. Bis vor wenigen Jahren taten einfach Zellstofffilter in dieser Hinsicht Dienst, die schon nach wenigen Monaten wirkungslos waren. Dass man sie austauschen sollte, wurde von den Anwendern oft und gern übersehen.

Inzwischen setzen die führenden Hersteller auf breiter Front auf sogenannte HEPA-Filter (= „High Efficiency Particulate Arrestance“), die in der Lage sind, extrem viel Feinstaub aus der Abluft zurückzuhalten. HEPA-Filter werden nach Klassen unterteilt, wobei oberhalb der Klasse E12 mindestens 99,95 Prozent der Partikel ausgefiltert werden. Allergiker sollten bei der Anschaffung eines neuen Staubsaugers darauf achten, dass ein echter HEPA-Filter der Klasse H13 oder H14 vorhanden ist.

Fazit

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Wobei der große Vorteil des beutellosen Saugers darin besteht, dass man nie wieder Staubsaugerbeutel kaufen muss. Wer auch nach dem Saugen reine Luft im Zimmer haben möchte oder auf Feinstaub allergisch reagiert, ist mit einem modernen Beutelsauger mit HEPA-Filter bestens bedient. Manche Allergiker aber schwören nur auf Feuchtstaubsauger, bei denen der Schmutz in Wasser aufgefangen wird, sodass praktisch keine Partikelbelastung entsteht.

Sauger ohne Beutel liegen beim Anschaffungspreis tendenziell höher; der Unterschied zu Staubsaugern mit Beuteln wird aber dadurch wettgemacht, dass der Nachkauf von Beuteln wegfällt.