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CeBIT 2017: Von Drohnen und Robotern, Datensicherheit und der Digitalisierung des Mittelstands

Die Zeiten, in denen hunderttausende Computerfreaks im März nach Hannover reisten, um sich die heißesten Neuheiten der Saison live und in Farbe anzuschauen, sind unwiederbringlich vorbei. Das ist aber seitens des Veranstalters, der Deutsche Messe AG, und des deutschen Branchenverbands Bitkom so gewollt. Denn die Musik der umfassenden Digitalisierung spielt heute nicht mehr in den kleinen Computern der Konsumenten, nicht einmal in den Smartphones. Und doch setzt diese Messe Jahr für Jahr die Landmarken für die Entwicklungen der IT, die uns alle betreffen. Insofern lohnt eine Vorschau auf die Trends der CeBIT 2017.

Jetzt wird der Mittelstand digitalisiert!

Es wird weit mehr Menschen betreffen als jeder andere Schritt der Digitalisierung zuvor. Wenn die IT jetzt den Mittelstand in allen Branchen erreicht, werden Millionen von Arbeitnehmern mit völlig veränderten Arbeitsprozessen konfrontiert sein. Was bei global agierenden Unternehmen längst Alltag ist, kommt nun auch auf den lokalen Großbäcker mit vielleicht zehn Filialen und sogar die kleine Autowerkstatt um die Ecke zu.

Auf der CeBIT kann man sich anschauen, was die Digitalisierung des Mittelstands in der Praxis bedeuten kann: vor allem eine Beschleunigung der Kommunikation. Konkret heißt dies, dass alle Abteilungen und alle Mitarbeiter, die für sie relevanten Daten, jederzeit aktuell abrufen können, – Cloud sei Dank, auch mobil. Außerdem gilt das für Kunden, die sich Informationen zu Produkten und Dienstleistungen heutzutage am liebsten online beschaffen. Viele Branchenbeispiele auf der Messe demonstrieren solche Effekte.

Endlich mehr Datensicherheit?

Es ist ja nicht so, dass die IT-Industrie in den vergangenen Dekaden die Probleme von Spam, Hacks und Datenklau nicht ernst genommen hätte. Leider sind aber die digitalen Kriminellen inzwischen den Unternehmen, Organisationen und Institutionen wieder eine Nasenlänge voraus. Das nehmen zahlreiche Unternehmen aus dem Bereich IT-Security auf der CeBIT zum Anlass, nicht nur ihre technischen und infrastrukturellen Lösungen zu präsentieren, sondern eben auch den Otto Normalnutzer aufzuklären.

Schließlich ist es ähnlich wie bei der Wohnung oder dem Haus: Für die Prävention ist zunächst der Mieter bzw. Eigentümer verantwortlich. Wer seine Türen sorglos offenstehen lässt, muss sich über unerwünschte Eindringlinge nicht wundern. Ziel der Experten ist es, die Menschen jenseits aller Hysterie mit den Regeln und Maßnahmen zur IT-Security vertraut zu machen. Was droht und was man dagegen tun kann, zeigen die Unternehmen auf ihren Ständen ganz konkret.

Das Auto als rollende Digitalzentrale

Vielleicht lohnt sich eine Reise nach Hannover schon allein wegen dieser Attraktion: Auf dem Messegelände verkehren fahrerlose, intelligente Shuttle-Busse. Sie stammen aus der Schweiz, sind gelb und sehen knuffig aus. Auch wenn die Vehikel nur mit maximal 20 km/h unterwegs sind, demonstrieren sie doch, wie Mobilitätslösungen in naher Zukunft aussehen können. Dabei spielt nicht – wie man vermuten könnte – der Elektroantrieb die Hauptrolle, sondern die Künstliche Intelligenz. Denn solch ein Shuttle muss nicht nur an den Haltestellen stoppen und Passagiere ein- und aussteigen lassen, sondern sich im Messetrubel so sicher bewegen, dass es nicht zu Kollisionen kommt.

Noch viel näher an der Gegenwart fährt das vollvernetzte Auto. Alle großen Hersteller bieten für ihre aktuellen Modelle Connect-Pakete an, mit denen der Wagen quasi zum rollenden Computer wird. Allerdings setzen die Autobauer jeweils auf eigene Lösungen. Ein Schritt zu mehr Verkehrssicherheit: Die verschiedenen Systeme kommunizieren miteinander. So kann ein Pkw einen anderen warnen, wenn dieser sich auf Kollisionskurs befindet. Diverse IT-Zulieferer zeigen auf der CeBIT, was sich auf diesem Gebiet tut. Und für Fachleute gibt es erneut den automotive-IT-Kongress.

Drohnen und Robots überall

Schon im vergangenen Jahr war die Halle 16 als Drohnen-Zentrum eine große Attraktion für CeBIT-Besucher. Dabei hielten sich die Interessierten nicht nur am Rennparcours und den atemberaubend schnellen Renndrohnen auf, sondern sondierten auch das Angebot an nützlichen Multicoptern. Innerhalb von nur einem Jahr haben die schlauen Flieger auf den unterschiedlichsten Gebieten Karriere gemacht. So setzen viele Feuerwehren nun Aufklärungsdrohnen ein, und die Betreiber von Windrädern lassen von Quadrocoptern mit Kameras die schwer erreichbaren Schweiß- und Klebestellen in großer Höhe kontrollieren. Auch in der Landwirtschaft finden sich immer mehr sinnvolle Einsatzgebiete. Da lohnt sich auch 2017 ein Blick in die Drohnen-Halle – dieses Mal in der Halle 17.

Nachdem Industrieroboter eine absolute Selbstverständlichkeit geworden sind, erobern die Automaten nun auch Haus und Garten. So wird man auf der CeBIT 2017 die nächsten Generationen der Rasenmäh-, Staubsaug- und Fensterputzrobots kennenlernen – sowohl für den Haushalt, als auch für den Profieinsatz. Wobei ohnehin die Grenzen zwischen Robotik und Haussteuerung (Smart Home) immer mehr verschwimmen; nicht zuletzt auch dank der intelligenten Sprachsteuerung à la Amazon Alexa und OK Google.

Lohnt sich der Besuch?

Wie immer kommen IT-Fachleute aller Gebiete an einem Besuch der CeBIT nicht vorbei. Zum ersten Mal wird die Messe 2017 aber auch zu einem Muss für Mittelständler, die den Zug der Digitalisierung nicht verpassen wollen. Für Konsumenten ist die CeBIT zwar nicht mehr so spannend wie zu den Hochzeiten der Homecomputer, wer aber als interessierter Verbraucher die Trends rund um die Digitalisierung bei den Kraftfahrzeugen sowie bei Drohnen und Robots aus erster Hand erfahren möchte, dem sei ein Trip nach der Hannover auch 2017 ans Herz gelegt. Viel Spaß!