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CES 2016 – Elektronikmesse zwischen Futurismus und neuen Produkten



Schon immer zeichnete sich die Consumer Electronics Show (CES), die jeden Januar in Las Vegas stattfindet, durch eine eigenartige Mischung aus futuristischen Trends, merkwürdigen Prototypen und konkreten Produkten aus. Viele Hersteller nutzen den Zeitpunkt nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts, um die nächste Generation ihrer Geräte vorzustellen und anhand der Reaktion der Messebesucher die Erfolgschancen einzuschätzen. Andere Unternehmen profilieren sich dagegen immer wieder gern als Trendsetter – dieses Mal war dies vor allem der leicht angeschlagene Technologiekonzern Samsung.

Samsung: Massive Offensive in Sachen SmartThings

Mit der ständigen Weiterentwicklung ihres Betriebssystems Tizen OS will sich Samsung als Innovationsführer rund um die smarten Dinge des Alltags profilieren und hat schon im Vorfeld der CES beispielhafte Gadgets vorgestellt. Zum Beispiel einen smarten Gürtel namens WELT, der diverse Fitness-Werte nimmt, auswertet und dem Träger dann über sein Smartphone Abnehmtipps gibt.

Besonders ernst nimmt Samsung aber das Thema SmartHome und arbeitet an einem System, mit dem alle smarten Geräte im Haus über eine gemeinsame Plattform ausgelesen und gesteuert werden können. Und zwar mit einer universellen Fernbedienung, die es auch als App geben wird. Voraussetzung dafür wäre die Anschaffung eines sogenannten „Family-Hubs“, der die Abfragen und Anweisungen der Familienmitglieder bündelt, auswertet und weitergibt.

Beispielhaft für ein zu diesem System passendes Hausgerät wird ein Kühlschrank mit 21,5-Zoll-FullHD-Display vorgestellt. Der Touchscreen kann wie jedes Smartphone bzw. Tablet zum Surfen benutzt werden, soll aber vor allem zum Einkaufen im Internet angewendet werden. Möglich wäre auch, dass Kameras im Inneren des Kühlschranks scannen, welche Lebensmittel fehlen und dem System ermöglicht, Vorschläge für die Einkaufsliste zu machen.

Natürlich steht der möglichst riesige SmartTV im Mittelpunkt des Konzepts, denn der soll als übergreifende Schaltzentrale dienen. Bemerkenswert ist, dass Samsung von allen großen Herstellern die Frage nach dem alles verbindenden Betriebssystem am konsequentesten verfolgt. Bei den anderen Elektronikunternehmen, die sich im Thema SmartThings bewegen, ist man noch nicht so weit.

Trendthema „Virtual Reality“ – nur was für Gamer?

Schon lange vor Beginn der CES wurde von vielen Experten vorhergesagt, dass „Virtual Reality“ (virtuelle Realität) DAS Thema der Messe würde. Tatsächlich gibt es nur wenig Neues zu sehen und zu erleben. Neben der Samsung-VR-Brille namens Gear VR und der bereits seit Jahren hochgejubelten Ocukus Rift wird nun auch von HTC ein entsprechendes Ding namens „Re Vive“ präsentiert. Bezeichnend für die Erwartungen aller Anbieter, dass sie samt und sonders darauf hinweisen, dass ihre Brillen nahtlos mit der Playstation bzw. einer der anderen marktbeherrschenden Konsolen zusammenarbeiten. Ähnlich wie die grafische Darstellung auf Displays seit gut 30 Jahren immer vor allem durch Games und Porno vorangetrieben wurde, werden sich auch VR-Brillen vor allem im Bereich der Spielekonsolen und eben im Umfeld der Erotikbranche durchsetzen.

Das beflügelt jetzt schon die technische Entwicklung in Richtung Marktreife und spornt Entwickler an, endlich auch brauchbaren, spannenden und unterhaltsamen VR-Content zu produzieren. Die Game-Industrie hat da die Nase eindeutig vorn, das zeigen etliche Demo-Versionen für die Brillen, die auf der CES zu erleben sind. Ob das Jahr 2016 schon den Durchbruch bringt, wie es einige Experten prophezeien, dürfte sich frühestens im Herbst entscheiden.

Interessant in diesem Zusammenhang ein Gadget namens RINK aus dem Hause Samsung, das es dem Anwender bei Wanderungen durch die virtuelle Welt erlauben soll, VR-Gegenstände und Bewegungen durch Bewegungen im Raum zu steuern – quasi die 3D-Maus für die 3D-Welt.

Und sonst – diverse neue Devices und Gadgets

Nicht einmal in der klassischen Science-Fiction-Literatur kommen solcher Dinger vor, und trotzdem träumen viele Technikfans schon lange vom Display zum Aufrollen. Der koreanische Hersteller LG präsentiert tatsächlich das erste funktionsfähige OLED, das zu einer handlichen Rolle verkleinert werden kann. Wann dieses Device den Zustand eines Prototyps überwinden wird, steht in den Sternen. Auch die Gerüchte über faltbare Displays, mit denen Samsung angeblich schon bald Smartphones ausstatten will, finden auf der CES kaum neue Nahrung.

Noch im Laborstadium sind die TipTalk-Bänder von Samsung, die mit jeder Smartwatch, aber auch jeder normalen Uhr kombiniert werden können. Sie sorgen dafür, dass die Tonsignale vom Smartphone als Körperschall zum Ohr geleitet werden und sollen so die Sprach- und Hörqualität verbessern. Um TipTalk zu aktivieren, soll es ausreichen, einen Finger ans Ohr zu heben.

Da ist die neue X1-Produktpalette von Lenovo deutlich konkreter. Denn der chinesische Hersteller präsentiert gleich sieben neue Geräte, beginnend mit Thinkpad-Tablets verschiedenen Zuschnitts, modularen Notebooks und einem leistungsstarken All-in-one-PC mit 28,5-Zoll-Bildschirm. Nachdem einige andere Anbieter in diesen Sparten kürzer treten, scheint Lenovo sich mit den neuen Maschinen zusätzliche Marktanteile erobern zu wollen.

Aus der Fülle der sonstigen Neuvorstellungen ragt nur das in China bereits erhältliche Mate 8 von Huawei hervor. Und TV-Freunde können an Dutzenden Ständen jede Menge 4K-Fernseher in allen denkbaren Größen bewundern. Ob und wann die verschiedenen neuen Geräte auch in Europa und Deutschland zu kaufen sein werden, wurde meistens nicht genannt. Erfahrungsgemäß finden die vorgestellten Produkte aber frühestens ein Vierteljahr nach der CES ihren Weg in den hiesigen Handel.