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IFA 2016: Trends und neue Produkte – Teil 2

Im ersten Teil der IFA 2016 Vorschau war von mobilen Trends sowie 3D und Virtual-Reality die Rede. In dieser zweiten Folge geht es um Sound-Innovationen und die wachsende Vernetzung allerlei Haushaltsgeräte. Hier bewegen sich Smart-TVs immer mehr in die Rolle einer zentralen Schaltstelle der Heimvernetzung.

Flachbildschirme werden immer smarter

In ihrer eigentlichen Rolle als Fernseher werden TV-Geräte nicht nur smarter, sondern bringen immer bessere Bilder zustande. UHD hat den Markt erobert, selbst kleine Flachbildfernseher erfüllen schon diesen Standard, der nicht nur mehr Pixel bringt, sondern drastisch bessere Farbe und eine deutlich erhöhte Bilddynamik. Damit man die noch besseren Geräte von den „normalen“ UHD-Fernsehern unterscheiden kann, wurde das „Ultra HD Premium“-Gütesiegel eingeführt. Dies zeigt an, dass ein Gerät weitere, über den UHD-Standard hinausgehende Kriterien erfüllt.

Um Smart-TVs noch smarter zu machen, werten die Hersteller die zugrundeliegende Software für den Smart-Betrieb immer mehr auf. Viele Anbieter (z.B. Sony und Philips) setzen dagegen gleich auf Android, das Google-Betriebssystem, das sich auf Mobilgeräten milliardenfach bewährt hat. Damit wird ein Fernseher nicht einfach internetfähig, sondern zu einem eigenständigen, leistungsfähigen Computer, der die Rolle als Steuerzentrale der Heimvernetzung übernehmen kann.

Weil aber Smart-TVs immer smarter werden, sterben Fernseher ohne Internet-Funktionalität langsam aus oder mutieren zu besonders großen Monitoren. So werden während der IFA 2016 im Gaming-Sektor Bildschirme mit Diagonalen jenseits der 40-Zoll-Marke gezeigt, die technisch betrachtet TV-Geräte waren und auf die Darstellung hoch dynamischer Bildinhalte optimiert wurden.

Küchengeräte, die vielleicht schlauer als der Koch selbst sind

Was vor wenigen Jahren viele Beobachter noch zum Schmunzeln anregte, ist mittlerweile Realität und ein großes Thema auf der IFA: mit dem Internet verbundene und mit Displays ausgestattete Elektrogeräte. Demonstriert wird dies alles in einem Gemeinschaftsprojekt namens „e-Haus“. Dort kann jeder Besucher ganz praktisch erfahren, was die Vernetzung von Waschmaschine und Kühlschrank bringt.

So kann jedes Gerät, das mit einem Display und der entsprechenden Elektronik bestückt ist, als Eingabegerät für Smarthome-Funktionen (Licht ein- und ausschalten, Rollläden hoch und runter fahren, Heizung regulieren etc.) benutzt werden, während Sensoren den Stromverbrauch messen und dem Nutzer melden. Tatsächlich dürften die Smarthome-Prinzipien mittelfristig nicht nur für mehr Sicherheit zuhause, sondern für spürbar reduzierten Energieverbrauch sorgen.

Bei der Hausarbeit helfen schlaue Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben. Sie machen ein manuelles Bedienen überflüssig. So kommuniziert das Kochfeld mittels Infrarotsensor direkt mit der Abzugshaube und diese stellt die Abzugsleistung völlig automatisch ein. Ein Staubsaugerroboter, beispielsweise von Dyson, navigiert intelligent und systematisch durch die Wohnung. Er merkt sich seine Position und entwirft einen Grundrissplan der Umgebung. Mit der passenden App auf dem Smartphone behält sein Besitzer ihn immer im Auge.

Beim guten Ton tut sich was

Drahtlos Musikhören lässt es sich schon seit einer Weile in den heimischen Wohnzimmern. Die IFA 2016 wird aber den vollständigen Durchbruch für Lautsprecher und Kopf- bzw. Ohrhörer ohne Kabel bringen. Buchstäblich hundert neue Modelle werden die Hersteller zeigen. Boxen sind zunehmend sowohl mit WLAN, als auch mit Bluetooth ausgestattet. Kopfhörer werden leichter, robuster und kommen auch ohne Kabel daher. So eignen sie sich optimal für den Sport. Sie können per Sprachbefehl gesteuert werden und fungieren sogar als Fernsteuerung für das Smartphone.

Und natürlich werden auch die leichten, drahtlosen Kopfhörer immer intelligenter. Da ist die „Noise Cancellation“ genannte Geräuschunterdrückung beinahe schon ein alter Hut. Vorgestellt werden Modelle mit regulierbarer Lautstärke der Umgebungsgeräusche – mal wird die gehörte Musik zur Hintergrundberieselung, mal kommt im Ohr nichts von dem an, was um einen herum geräuschtechnisch passiert.

Weil aber Kopfhörer enorm boomen, haben sich viele Hersteller auch um die Sound-Optimierung gekümmert. Spitzenmodelle verfügen über eigene, nach Kanälen getrennte Digital-Analog-Wandler; so zum Beispiel an Apples iPhone oder iPad per Lightning angeschlossen entsteht ein fast perfekter Sound. Außerdem kann bei einigen Geräten der Oberklasse sogar „die Bühne“ eingestellt, also der Raumklang an die gehörte Musik angepasst werden.

Fazit

Die IFA 2016 wird keine Messe der Revolutionen, sondern der Evolution. Beinahe alle Unternehmen in der Consumer-Electronic-Branche setzen auf Optimierung – sowohl bei der eigentlichen Technik als auch bei den Funktionen und vor allem der Bedienung. Vieles dreht sich um Mediennutzung und -genuss, aber die Heimvernetzung spielt eine zunehmend wichtigere Rolle. Ein Besuch in Berlin lohnt sich für Interessierte auf jeden Fall.

 

Mehr zur IFA 2016 in unserer Trendvorschau Teil 1