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Microsoft-Entwicklerkonferenz: Jetzt werden auch die Roboter virtuell

Jahrelang haben Fachjournalisten intensiv und live über die Entwicklerkonferenzen von Apple und Google berichtet, während man über dieselbe Veranstaltung von Microsoft kaum etwas hörte. Das hat sich dramatisch geändert, denn der Softwaregigant, dem wir Windows zu verdanken haben, hat wieder eine Menge zu erzählen. Deshalb stieß die Microsoft Build 2016 unerwartet großes Interesse. Und dort stellte man nicht weniger vor als die Zukunft der Computeranwenderei für uns alle.

Weg mit Apps, her mit Bots!

Bisher ist es ja so, dass ein User eine Anwendung oder App öffnet, um damit dann das Gewünschte zu erreichen. Das Prinzip zu brechen hat Microsoft schon einmal erfolgreich betrieben. Denn die Idee, dass der Doppelklick auf ein Dokument gleich das passende Anwendungsprogramm öffnet, stammt aus Windows. Vorher galt ja die Regel: Öffne Word, lege ein neues Dokument an oder öffne ein bestehendes und dann arbeite los.

Die Zukunft soll das laut Microsoft anders aussehen. Da äußert der Benutzer des Computers oder Smartphones gegenüber dem Gerät, was er tun möchte, und Bots im Hintergrund stellen ihm dann Werkzeug und Material zur Verfügung. Was sich so wolkig anhört ist in der Praxis sehr vielfältig. Denn Microsoft arbeitet an virtuellen Robotern – sogenannten „Bots“ – die aus der Kommunikation des Anwenders herausfiltert, was er gerade erledigen – oder auch wissen – will. Das was die Cortana in Windows 10 also heute tut, wenn man sie anspricht, werden Bots demnächst eigenständig tun.

Windows 10 Jubiläumsausgabe

Vorher, nämlich im kommenden Sommer, aber gibt es eine komplett runderneute Jubiläumsausgabe von Windows 10. Die kommt übrigens nicht zum Jahrestag der aktuellen Version sondern zum 40. Geburtstag von Windows selbst. Und weil Windows 10 ja kostenlos ist, ist auch dieses große Update gratis. Ein Teil des Updates betrifft übrigens die Entwickler rund um Microsofts Systems. Mit der „Cortana Intelligence Suite“ können die nämlich damit beginnen, die beschriebenen Bots zu programmieren.

Weil Microsoft – im Gegensatz zu Apple, übrigens – an den Stift als Eingabeinstrument glaubt, werden alle Pen-Funktionen stark verbessert und erweitert. Das gilt auch für das biometrische Erkennungssystem Windows Hello. Das bildet die Grundlage für verschiedene Möglichkeiten sich über den Fingerabdruck, aber auch einfach über das eigene Gesicht gegenüber einem Windows-Gerät zu identifizieren. In der Praxis wird das bedeuten, dass man im Browser Edge passwortgeschützte Websites allein damit öffnen kann, dass man sein Gesicht der Kamera des Computers zeigt.

Mit Linux und für das Internet of Things

Der Rest der spannenden und intensiven Konferenz betraf vor allem die Experten. Wobei die Nachricht, dass im kommenden Windows 10 eine Linux-Version integriert sein wird, in diesen Kreisen als Sensation aufgefasst wurde. In der Praxis bedeutet es einerseits, dass Softwareentwickler auf einer Plattform für (mindestens) zwei Betriebssysteme entwickeln können und dass Menschen, die mir und an Webservern arbeiten, weniger Zusatzwerkzeuge außerhalb von Windows brauchen.

Dass sich Microsoft auch auf das Thema „Internet of Things“ (kurz: IoT) stürzt, ist keine Neuigkeit. In Zukunft soll es aber möglich werden, die diversen über ihre IP-Adresse ansprechbaren Geräte und Installationen – von der steuerbaren Steckdose bis zum intelligenten Kühlschrank – über Windows-Apps von jedem Computer oder Smartphone aus zu steuern. Da sich Dutzende von Unternehmen mit diesem Thema befassen, stellt sich die Frage, wer am Ende die Nase vorn haben wird – Microsoft hat dafür gute Karten.