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Wie geht’s jetzt weiter mit Android Wear?

Als Google im März 2014 mit ziemlich viel Getöse seinen Betriebssystem-Ableger Android Wear vorstellte, fragten sich gefühlte 90 Prozent der Smartphone-Nutzer: Na, und? Dieser Anteil der Android-Gemeinde ist seitdem nicht sehr gewachsen. Lediglich die Nutzer von android-getriebenen Smartwatches oder Fitness-Armbändern wissen mit dem Begriff „Wear“ inzwischen etwas anzufangen. Denn Android Wear ist das tragbare Gegenstück zum bewährten System auf Smartphones. Allerdings hält sich bei den real existierenden Usern die Begeisterung in sehr engen Grenzen. Am meisten bemängelt wird der enorme Stromverbrauch von Android Wear – also nicht von Apps auf dem getragenen Teil, sondern vom System selbst. Kaum eine der beliebten Smartwatches von Samsung, Motorola und LG hält mehr als 24 Stunden durch, ohne eine Zwischenlandung auf der Ladeschale machen zu müssen.

Immerhin funktioniert das Zusammenspiel der Systeme auf Phone und Watch tadellos. Benachrichtigungen erscheinen auf der Armbanduhr ebenso in Echtzeit, wie alle App-Infos, die übertragen werden sollen. Ob die Qualität und damit Nutzbarkeit der Spracheingabe eher auf das Konto der jeweiligen Hardware geht oder eben Android Wears Verdienst ist, bliebt bislang ungeklärt. Wie viele andere Ungereimtheiten auch, denn noch liegen auch die Smartwatches selbst noch lange nicht in einem Reifegrad vor wie die Smartphones derselben Hersteller. Das bislang sowohl bei der Hardware, als auch bei Android Wear eine Art Stillstand herrschte, mag mit dem Starren der Branche auf Apples iWatch zu tun haben. Nachdem sich nun abzeichnet, dass die Smartwatch der iPhone-Könige den Markt nicht von hinten aufrollen wird, kommt im wahrsten Sinne des Wortes Bewegung in die Sache.

Die genannten drei Hersteller dürften im Umfeld der World Mobile Conference 2015 vom 2. bis zum 5. März in Barcelona neue Watches oder Versionen der bekannten Uhren ankündigen bzw. vorstellen. Wobei jetzt schon klar ist, dass die Verlängerung der Akku-Standzeit und die Verbesserung der Sprachkommunikation im Mittelpunkt stehen werden. Diesen Trend hat Google selbst nun seit dem 12. Februar mit dem Rollout das erste echte Update von Android Wear befördert. Unter dem Namen Lollipop 5.0.1 läuft die neue Version, die unter anderem neues Ziffernblätter („Watch Faces“) bietet, die nun auch von der zu Android Wear gehörenden App auf dem Smartphone aus gewechselt werden können. Google Now wurde massiv auf die Darstellung im Ziffernblatt optimiert.

Google verspricht übrigens, dass der Smartwatch-Akku bei – wie es heißt - „bestimmten Modellen“ bis zu dreimal solange halten wird wie bisher. Viele Experten waren nämlich der Ansicht, dass die noch nicht zufriedenstellende Akzeptanz der schlauen Android-Uhren unter dem bisherigen Stromverbrauch gelitten hat. Außerdem ist eine lange Akkustandzeit der entscheidende Erfolgsfaktor für die nächste Generation Wearables; also für smarte Brillen, Headsets und besonders für smarte Kleidung. Denn der per Android Wear mit dem Smartphone verbundene Jogging-Schuh oder die intelligente Biker-Brille stehen nicht nur vor der Tür, sondern dürften im kommenden Sommer bei den mutigen Trendsettern an Füßen und auf den Köpfen zu sehen sein – natürlich mit Android Wear betrieben.