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Überall im Haus der beste Sound – Bluetooth- und WLAN-Boxen

Schon früher gab es musikbegeisterte Bastler, die Boxen in allen Räumen installierten, um überall dieselbe Musik hören zu können. Wer so sein Eigenheim vom Partykeller bis zum Dachboden beschallen wollte, musste aber mehrere Kilometer Kabel ziehen, um die Lautsprecher ansteuern zu können. Natürlich waren Besucher solcher Häuser immer schwer beeindruckt und neidisch. Heutzutage könnten sie es den Tüftlern nachmachen – aber ohne Kabel. Denn mit portablen Lautsprechern und Multiroom-Lautsprechern ist bester Sound im ganzen Haus keine Raketenwissenschaft mehr.

Zwei ganz verschiedene Drahtlos-Technologien

Schon seit mehr als 15 Jahren haben sich zwei – technisch betrachtet – grundverschiedene Methoden der drahtlosen, digitalen Signalübertragungen millionenfach bewährt. Während Wireless LAN, kurz „WLAN“ oder „Wifi“, für die Vernetzung von Computern zuständig ist, dient Bluetooth der schnellen Verbindung zweiter Geräte durch sogenannte „Kopplung“.

Der Siegeszug der Bluetooth-Technologie begann damit, dass Nokia als ehemalige Marktführer im Mobilfunk-Bereich seine Handys flächendeckend mit Bluetooth-Chips ausrüstete und die Datenübertragung zwischen den Geräten über diesen Kanal propagierte. Etwa um 2004 herum zogen alle anderen Hersteller nach. Kaum jemand aber wäre auf die Idee gekommen, Bluetooth für irgendetwas anderes zu nutzen.

Da hatte sich das WLAN als Netzwerk-Technik bereits durchgesetzt. Die Idee dahinter ist simpel: Der Router als Zentrale des lokalen Netzwerks zuhause oder auf der Arbeit, verbindet alle angeschlossenen Computer über eine vereinbarte Frequenz per Funk. Wie beim drahtgebundenen Netzwerk können so beliebig viele Rechner auf den Datenserver oder auch den Netzwerkdrucker zugreifen.

Lieblingssongs per Bluetooth auf die Boxen bringen

In den letzten drei, vier Jahren hat sich bei beden Techniken eine Menge getan. So ist Bluetooth heute DER Standard für die Kopplung digitaler Geräte jeder Art. Und zwar besonders im Bereich Sound. Es waren die Hersteller Sonos und Bose, die als Erste eine nicht ganz neue Idee im großen Stil umsetzten – der Bluetooth-Lautsprecher war geboren.

Heute gibt es kleine, portable Bluetooth-Lautsprecher im EP:Fachhandel schon für um die 20 Euro; sie werden vor allem als Alternative zum eingebauten Speaker des Smartphones eingesetzt. Stereo-Boxen mit etwa 20 Watt und hörenswerter Qualität – zum Beispiel von Riva, Sony oder JBL – liegen bei rund 120 Euro. Diese Kategorie eignet sich dann schon für eine einfache Lösung der Musik-im-ganzen-Haus-Anforderung.

Das Problem mit Bluetooth-Boxen: Da man mit dieser Technik immer nur Verbindungen von Punkt zu Punkt herstellen kann, ist es nur mit einigen digitalen Klimmzügen möglich, Musik von einer Quelle an mehrere Lautsprecher zu schicken. Außerdem ist die Bluetooth-Reichweite ziemlich begrenzt und liegt in geschlossenen Gebäuden bestenfalls bei 10 Metern. Damit kommt man im Eigenheim eben nicht vom Keller bis ins Dachgeschoss.

Multiroom-Systeme ins heimische WLAN einbinden

Für eine richtige, störungsfreie Übertragung von einer Musikquelle auf beliebig viele Boxen ist die WLAN-Technologie deutlich besser geeignet. Zwar ist die Reichweite der Signale grundsätzlich auch recht begrenzt, sie lässt sich aber durch den Einsatz von sogenannten „Repeatern“ drastisch vergrößern. Damit das funktioniert, müssen WLAN-Boxen „richtige“ Computer, also nicht nur mit einer Antenne, sondern mit Ekektronik ausgestattet sein, die Signale empfängt und verarbeitet.

So entstand das Prinzip der Multiroom-Systeme. Die Musikquelle (Receiver, Player, Tablet, Smartphone, NAS etc.) muss mit dem zentralen WLAN-Router verbunden sein. Dann werden alle Lautsprecher, die den Sound überall im Haus wiedergeben sollen, im Wifi-Netz angemeldet.

Wichtig bei einem Multiroom-System: Die Qualität des Sounds hängt nicht nur vom Aufbau der Boxen ab, sondern auch vom integrierten Verstärker ab. Und genau dessen Eigenschaften sowie die Merkmale der verbauten Lautsprecher machen den Preisunterschied. Die Spannweite reicht von etwa 190 bis zu rund 700 Euro pro Box. Dafür sind die meisten Vertreter dieser Gattung nicht nur für die WLAN-Vernetzung ausgelegt, sondern können dank Bluetooth-Chip auch als Drahtlosboxen benutzt werden.

Fazit

Niemand vermisst Kabel. Fast jeder möchte Musik in allen Räumen. Das Optimum ist da die Anschaffung eines Multiroom-Systems, das die Boxen per WLAN ansteuert. Allerdings muss hier mit Kosten von mindestens rund 130 Euro pro Raum gerechnet werden. In einer kleineren Wohnung geht es aber auch einfacher, indem man die Lautsprecher alle per Bluetooth mit der jeweiligen Quelle verbindet. Hier ist man schon mit weniger als 100 Euro pro Zimmer dabei.