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Das Smartphone kann alles – auch als Fernbedienung fungieren

Mal ganz ehrlich: Haben Sie sich auch schon einmal eine Universal-Fernbedienung angeschafft und sind an der Programmierung gescheitert? Denn beinahe jeder Freund des gehobenen Home-Entertainments hasst es, für jedes seiner Mediengeräte eine eigene Fernbedienung herumliegen zu haben. Auch wenn die Codes für die Steuerung per Infrarot mittlerweile weitgehend genormt sind, macht es einfach keinen Spaß die intelligenten Universalkästen dazu zu bringen, alle Geräte zu kontrollieren. Trotzdem gibt es einen neuen Boom der universellen Remote-Control-Devices – auf dem Smartphone!

Dass man smarte Fernseher und AV-Receiver per App steuern kann, ist ein alter Hut. Dabei funktioniert die Befehlsvergabe über das Internet, und das kontrollierte Gerät bekommt seine Anweisung über die Wlan-Anbindung. Allerdings braucht man dann eine spezialisierte App pro Gerät – es sei denn, TV, Receiver bzw. Media-Box sind allesamt vom selben Hersteller. Alle namhaften Hersteller bieten diese Remote-Control-Apps an, u.a. Asus, B&O, Loewe, Onkyo, Panasonic, Philips, Pioneer, Samsung, Sharp und Sony. Die zweite Kategorie Fernbedienungs-Apps funktioniert per Bluetooth, setzt dann aber natürlich voraus, dass der Empfänger diese Funktion unterstützt.

Kinderleicht bei Smartphones mit IR-Sensor

Ganz einfach und absolut universell lassen sich Geräte steuern, wenn das verwendete Smartphone über einen Infrarot-Sensor verfügt. Denn der kann per Software zum Sender umfunktioniert werden; so wird das Phone (oder auch Tablet) zur echten Fernbedienung auch für Mediengeräte, die nicht mit dem Wlan und dem Internet verbunden sind. Drei Hersteller rüsten ihre Topmodelle mit solchen IR-Modulen aus: HTC, LG und Samsung.

Um den Sensor zu Fernbedienungszwecken nutzen zu können, braucht es natürlich eine App. Bei LG heißt die „Quick Remote“ und gehört zu den Standard-Apps. HTC und Samsung nutzen Apps des Anbieters Peel, die aber gleich an die verwendete Technik angepasst sind. Ist die IR-Steuerung aktiviert, muss die virtuelle Fernbedienung genau wie die klassischen Universal-Remote-Control-Geräte so programmiert werden, dass sie die verschiedenen Empfänger richtig ansteuert. Das aber ist mit den Apps wirklich kinderleicht, weil – im Gegensatz zu den physischen Universal-Steuerungen – Daten für buchstäblich Tausende Medien-Geräte gespeichert sind. So werden selbst ältere CD-Player und Receiver erkannt und können in Zukunft per Smartphone bedient werden.

Mehr als bloß eine Fernbedienung

Außer den Apps der Hersteller sind noch einige Dutzend andere virtuelle Fernbedienungen im Google Playstore zu finden, die den einen oder andern Zusatznutzen bieten.

Der bereits erwähnte Anbieter Peel kombiniert bei seiner App die Steuerung mit einem personalisierbaren TV-Programm. Ein wahres Wunderding ist MyURemote, eine App, die immerhin fast 30 Euro kostet. Damit kann praktisches jedes Gerät im Haus, das fernsteuerbar ist, tatsächlich per Android-Phone kontrollieren – also auch Steckdosen, Thermostaten, Backöfen, Rollläden, Überwachungskameras und natürlich jedes nur denkbare Mediengerät. Dabei nutzt die App jeden möglichen Steuerungskanal, also Infrarot-Sensoren, Wlan, Bluetooth, direkte IP, RS 232 und die neuen Smarthome-Standards.

Geht auch irgendwie mit dem iPhone

Da Apples iPhone und auch die diversen Windows-Phones allesamt keine IR-Sensoren besitzen, eignen sie sich zunächst nur als Fernbedienungen für Geräte, die iOS- und/oder Windows-Apps dafür bereitstellen. Damit ist es aber Essig mit dem Wunsch, alle Geräte mit einer App zu bedienen. Denn solche Universal-Apps gibt es für diese Systeme nicht.

Überhaupt lässt sich ein iPhone nur mit zusätzlicher Hardware als Remote-Control-Apparat nutzen. Das Zusatzgerät, verbunden per Bluetooth, übersetzt die Software-Code, die das iPhone sendet, in entsprechende Infrarot-Signale. So können Apps wie Dijit, iRule oder RedEye genutzt werden. Leider kosten die benötigten IR-Gateways mindestens 70 Euro.

 Fazit

Ein Android-Phone mit IR-Sensor und passender App ist tatsächlich die bestmögliche Universalfernbedienung. Ansonsten macht nur das universelle Kontrollieren von am Wlan angeschlossenen Geräten mit dem Smartphone wirklich Spaß.