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EM 2016: Die große Frage - Public Viewing mit Beamer oder Riesen-TV?

Wer einen Garten hat, hofft im Juni aus verschiedenen Gründen auf schönes Wetter. Einer davon ist der Wunsch, die Spiele der Fußballeuropameisterschaft draußen im Kreise von Freunden mit angemessenem Catering zu erleben. Schnell stellt sich aber die Frage: Was eignet sich besser für das private Public Viewing: ein Beamer oder ein Riesen-TV? Die Frage kann nur anhand mehrerer Kriterien schlüssig beantwortet werden: Bildgröße, Bildqualität und natürlich Anschaffungskosten.

Sonnenlicht als Feind des guten Fernsehbilds

Wer open-air gucken will, muss damit rechnen, dass der so sehr herbeigewünschte Sonnenschein das Verfolgen der Fernsehbilder von der Kickerei zur Qual macht. Egal ob Beamer-Projektion auf Leinwand oder Großbildschirm: Beherzigt man ein paar Tipps, wird sich das Vergnügen trotzdem einstellen. Für den Fernseher gilt, dass er unbedingt im Schatten stehen muss – direktes Sonnenlicht aufs Display macht das Erkennen der Übertragung mehr oder weniger unmöglich. Optimal steht der Fernseher vor einem möglichst dunklen Hintergrund und so, dass weder von oben, noch von den Seiten Licht auf die Mattscheibe fällt.

Ähnlich sieht es auch aus, wenn ein Beamer die Bilder auf eine Leinwand werfen soll. Weil hier mehr Flexibilität beim Aufstellen von Projektor und Bildfläche besteht, wird es meist einfacher, Schatten zu erzeugen – zum Beispiel durch einen faltbaren Pavillon. Auf jeden Fall sollte auch bei dieser Kombination direkte Sonneneinstrahlung auf die Leinwand verhindert werden.

Die Bildqualität beim Beamer-Viewing draußen wird aber in hohem Maße von den Eigenschaften der Leinwand bestimmt. Auf grauen Leinwänden entsteht ein kontrastreicheres Bild, ein hoher Gain-Faktor reflektiert das Licht besser und bietet so ein helleres Bild. Zur Auswahl der Leinwand berät sie Ihr EP:Fachhändler gern. Und natürlich auch bei der Frage, welcher Beamer optimal ist. In Bezug auf die Bildqualität ist der ANSI-Lumen-Wert von großer Bedeutung. Bei einem DLP-Gerät sollten es schon mindestens 3.000 ANSI-Lumen sein, einem LCD-Beamer reichen dagegen schon 2.200 ANSI-Lumen.

Feste oder variable Bildgröße?

Das weiß jeder: Je weiter weg der Beamer von der Leinwand aufgebaut wird, desto größer wird das Bild. Leider wird das Gezeigte aber auch in ähnlichem Maße dunkler und überschreitet im Ernstfall die Grenze der Sichtbarkeit. In welcher maximalen Entfernung von der Projektionsfläche ein Beamer noch ein brauchbares Bild liefert, hängt einerseits von seiner Leuchtkraft und andererseits von der verbauten Optik ab.

Viel diskutiert wird die Frage, ob DLP- oder LCD-Beamer besser sind. Beim Betrieb draußen spielen LCD-Beamer ihre Vorteile in Bezug auf Helligkeit und Kontrast weniger aus als im Wohnzimmer – so viel lässt sich sagen. Allerdings erzeugen Projektoren mit LCD-Technologie auch in größerem Abstand von der Leinwand in der Regel das schärfere Bild.

Trotzdem: Auch eher einfache Beamer werfen auf eine geeignete, beschattete Leinwand immer noch ein größeres Bild als es selbst Riesen-TVs bieten können. Die sind in für Otto Normalverbraucher erschwinglichen Preisklassen inzwischen bei Bildschirmdiagonalen von 65 Zoll angekommen und bringen 4K-UltraHD-Bildqualität aufs Display. Um ein ähnliches großer Bild mit dem Beamer zu erreichen, muss das Gerät übrigens ungefähr 2,50 Meter von der Leinwand entfernt stehen. Umgekehrt: Um ein ähnlich klares, scharfes und kontrastreiches Bild zu erzeugen wie ein UltraHD-Fernseher, darf der Projektor nicht einmal halb so weit von der Fläche entfernt aufgebaut sein.

Die Distanz zwischen Beamer und Leinwand bestimmt aber auch mit, wie viele Leute gleichzeitig ungehindert gucken können wie der Ball läuft. Denn die vorderste Sitzreihe sollte schon gut anderthalb Meter Anstand zur Projektionsfläche haben. Bei einem modernen 4K-TV ist man da deutlich flexibler.

Alles eine Frage des Preises?

Gute 55-Zoll-Geräte der 4K-UltraHD-Klasse gibt es beim EP:Fachhändler für um die 1.000 Euro. Diese Kategorie Flachfernseher eignet sich auf jeden Fall für ein Public Viewing mit Freunden unter freiem Himmel – angesichts der Displaygröße können sich problemlos acht bis zehn Fußballfans vor der Glotze versammeln und die Spiele gespannt verfolgen. Ein schattengebender Pavillon ist im Baumarkt schon für deutlich unter 80 Euro zu haben.

Auf den ersten Blick ist der Rudelguck mit dem Beamer preisgünstiger, denn der EP:Fachhändler bietet geeignete DLP-Projektoren schon für knapp über 800 Euro an. Aber die zugehörige Leinwand schlägt – wenn sie den erwähnten Empfehlungen entspricht – noch einmal mit mindestens Euro 80 Euro zu Buche. Und einen Schattenspender braucht man auch noch. So fern ein passender AV-Receiver vorhanden ist, der den Beamer mit dem TV-Signal verbindet, entstehen keine weiteren Kosten.

Für den Fernseher spricht auch beim privaten Public-Viewing eindeutig die bessere Bildqualität auch bei Tageslicht. Die Kombination aus Beamer und Leinwand hat aber den Vorteil des größeren Bildes und erlaubt es damit mehr Fans bei den Übertragungen mitzufiebern und zu jubeln.