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EM 2016: Wer jubelt zuerst, wenn das Tor fällt – eine Frage des TV-Empfangs

Während die einen noch gebannt auf die Mattscheibe starren, um zu sehen, ob der Schütze den Elfer verwandelt, jubeln andere schon über den allesentscheidenden Treffer. So geht das seit einigen Jahren bei den Live-Übertragungen großer Fußballspiele – auch bei Europa- und Weltmeisterschaften. Da fragt sich mancher: Was ist eigentlich live bei einer Live-Übertragung? Die Antwort hängt von der verwendeten Empfangstechnik ab. Denn das im Stadion vom Regie- und Sendezentrum verschickte Signal mit den Fernsehbildern und dem zugehörigen Ton braucht unterschiedlich lang bis es auf dem heimischen TV ankommt.

Was ist denn die Latenz bei Live-Übertragungen?

In der guten alten Zeit standen die Dächer voller Antennen, und alle Zuschauer sahen alles, was live gesendet wurde, zur selben Zeit. Jedenfalls beinahe, weil es schon bei der traditionellen terrestrischen Übertragung einen Effekt namens „Latenz“ gab. Damit wird genau diese Verzögerung des eingehenden Signals gegenüber dem schnellsten Weg bezeichnet. Damals lag es an der Verteilung der gesendeten Bilder und Töne über Fernmeldetürme, Sendemasten und Verteilzentren, und die Abweichungen waren gering.

Heute kann es am TV-Gerät schlimmstenfalls zu einer Latenz von rund 3 Sekunden kommen. Wird die Kickveranstaltung per Streaming im Internet verfolgt, können es dagegen 20, 30, ja sogar bis zu 60 Sekunden sein. Spätestens da hört der Spaß auf. Wie groß ist die Zeitverzögerung aber beim Fernsehempfang konkret?

Per Satellit am nächsten dran?

Wird per Satellit empfangen, ist der Fan beinahe in Echtzeit dabei – selbst bei transkontinentalen Übertragungen kommt das Signal meist höchstens um wenige Zehntelsekunden später an. Länger dauert es, wenn der Fernseher an einem DVB-T-Empfänger hängt; hier liegt die Latenz im Schnitt bei zwei Sekunden. Und das Digitalkabel liefert Bild und Ton mit einer Verzögerung von rund drei Sekunden aus. In beiden Fällen entsteht schon der anfangs beschriebene Effekt: Satelliten-Gucker jubeln, Kabelseher hören das ein paar Sekunden lang und ärgern sich.

Ändern kann der Fußballfreund, der ganz dicht dran am Geschehen sein möchte, nichts. Außer natürlich die Empfangstechnik auszuwechseln. Überhaupt spricht derzeit vieles dafür, falls möglich auf Satelliten-Technik umzusteigen. Erstens weil man so die Kosten fürs Kabel sparen kann, zweitens wegen der Möglichkeit, zwischen wesentlich mehr Kanälen auswählen zu können und drittens wegen der kommenden Veränderungen rund um die terrestrische DVB-T-Technik.

DVB-T2 mit HD, aber nicht kompatibel

Die digitale und antennengebundene Empfangstechnik namens DVB-T (Digital Video Broadcasting Terrestrial), die knapp vier Millionen deutsche Haushalte nutzen, wird ab dem 31.05.2016 sukzessive durch das neue DVB-T2 abgelöst. Bisher profitierten vor allem Zuschauer von der Technik, die weder einen Kabelanschluss, noch einen Sat-Receiver hatten. Fast alle modernen TV-Geräte haben einen DVB-Tuner eingebaut, und dann reicht eine einfach Stabantenne, um das Fernsehprogramm zu empfangen. Für Fernseher ohne solche Tuner sowie für PCs, Laptops, Notebooks, Tablets und Smartphone gibt es passende Boxen oder USB-Sticks, die den DVB-T-Empfang ermöglichen.

Leider sind die allermeisten dieser eingebauten und externen Tuner mit dem neuen DVB-T2-Standard nicht kompatibel; lediglich Boxen und Sticks neuerer Bauart sind manchmal schon für die neue Technik vorbereitet. Um dann weiter per Antenne fernzusehen, muss an der Ausrüstung nichts geändert werden. In allen anderen Fällen müssen DVB-T-Nutzer auf den neuen Standard umrüsten.

Der große Vorteil der zweiten Generation digitalen Antennenfernsehens: Die Program können (und werden) auch in HD ausgestrahlt; das war bisher nicht möglich. So sind alle öffentlich-rechtlichen Kanäle mit HD-Übertragungen in optimaler Bildqualität zu empfangen, auch unter den Privatsendern finden sich viele, die an Juni über DVB-T2 in HD senden. In einigen Fällen ist der HD-Empfang kostenpflichtig. Weil gerade diese Anbieter per Antenne NUR hochauflösende Bilder senden, werden sie also in Zukunft nur gegen Bezahlung über DVB-T2 zu sehen sein.

Bei allen Fragen der Empfangstechnik berät Sie Ihr EP:Fachhändler vor Ort gerne und kompetent.