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Große Tablets – mehr Nutzen oder bloß mehr Gewicht?

Innerhalb weniger Monate haben Apple und Microsoft neue Tablet-Computer mit größeren Displays vorgestellt. Beide Unternehmen behaupten, der Nutzen – gerade im professionellen Bereich – sei bei einem 12,3- bzw. 12,9-Zoll-Display erheblich größer als bei den klassischen Tablets mit 7, 8 oder 10 Zoll Bildschirm-Diagonale. Vorsichtshalber wurden aber das iPad Pro und auch das Surface Pro 4 ganz entschieden als Geräte für den Business-User positioniert – nicht zuletzt, weil sich die Anbieter den Zuwachs an Bildfläche ziemlich teuer bezahlen lassen. Mindestens rund 900 Euro (Apple) bzw. ca. 1.000 Euro (Microsoft) sind fällig, will man ganz vorn dran sein beim Trend zum großen Tablet.

Was hat man von der neuen Größe

Wer solch ein tragbares Ding auch weiterhin hauptsächlich als transportablen Internetzugang oder Streaming-Video-Bildschirmen bzw. als Second Screen beim Fernsehen nutzen will, fragt sich zu Recht, was es denn bringt, jetzt ein größeres Tablet in der Wohnung hin und her zu bewegen. Wobei der Sprung vom klassischen iPad-Maß (knapp unter 10 Zoll) so groß auch wieder nicht ist.

Wie so oft hängt der mögliche Zusatznutzen für Amateure vom vorwiegenden Einsatzzweck ab. Testanwender waren durchweg angetan vom größeren Display, wenn sie auf einem Samsung Galaxy Tab Pro (ab etwa 490 Euro) ihren Lieblingsfilm, per Streaming übers Weg geholt, genießen durften. Klar, bei Filmen, Serien und Videos ist mehr Größe auch mehr Spaß. Das gilt natürlich auch für Fotos. Gerade beim gemeinsamen Durchblättern von digitalen Fotoalben waren die drei Testpersonen, die zusammen auf dem Sofa saßen, hellauf begeistert.

Zu groß als Second Screen

Eher nörgelnd äußerte sich ein Anwender, der bisher mit einem betagten 7-Zoll-Tablet unterwegs war, das er fast ausschließlich als Second Screen nutze, vorwiegend um sich beim Fernsehen Zusatzinformationen zum Gesehenen zu holen und in den sozialen Netzwerken auf dem Laufenden zu bleiben – dem waren die Riesengeräte einfach zu groß und zu schwer. Aber diesem Tester waren auch schon 10-Zöller zu voluminös.

Zwei jüngere Herren, die dem Spielen auf allen Kanälen (Playstation, Wii, X-Box und auch PC) sehr zugetan sind, entschieden sich letztlich auch gegen die Tablets der neuen Größenordnung. Die von ihnen unter iOS und Android genutzten Spiele machten auf den 13-Zöllern wenig Spaß. Wobei beide die Bedienung solcher Games per Stift einigermaßen spannend fanden.

Ganz überraschend bekannten sich zwei Damen mittleren Alters spontan zum großen Tablet. Beide aber mit der Begründung, dass sie dann ja ihre Notebooks bzw. Laptops abschaffen könnten. Ihre wichtigsten Pro-Argumente: Ein großes Tablet ist immer sofort nutzbar, kommt länger ohne Netzstrom aus und bietet, wenn mit einer Tastatur aufgerüstet, alles, was man an Computer braucht.

Fazit

Auch wenn sich die Sprecher von Apple und Microsoft gerade über der Frage in den Haaren liegen, ob dem großen Tablet oder doch dem Notebook mit Touch-Bedienung die Zukunft gehört: Die sehr teuren Vertreter dieser Gattung sind definitiv nur Profis zu empfehlen, die entsprechende Investitionen in ihr Arbeitsgerät zu leisten bereit sind. Für Amateure sind große Tablets mit eher „normalen“ Eckwerten und Preisen bis maximal etwa 600 Euro (inkl. Tastatur und Stift) vor allem bedenkenswerte Alternativen zum Notebook, das viel zu oft ausgeschaltet im Schrank liegt.