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Klare Sicht: So werden Fenster wirklich sauber

Es soll Menschen geben, die jede Woche ihre Fenster putzen. Andere belassen es bei einer Scheibenreinigung pro Monat. Aber spätestens im Rahmen des ganz großen Frühjahrsputzes sind die Scheiben und Rahmen auf jeden Fall dran. Man will ja schließlich den Sommer über ungehindert aus dem Fenster auf den Sonnenschein schauen. Damit das Ergebnis auch stimmt, hilft es, sich die Methoden der Profis anzuschauen. Und die sehen so aus:

Rahmen und Fensterbretter zuerst

So wie es bei einem Schiffsunglück immer „Frauen und Kinder zuerst“ heißt, so wissen professionelle Fensterputzer, dass die Rahmen und Fensterbretter als erstes grob gereinigt werden müssen, bevor die Scheiben drankommen. Schließlich würde sonst möglicherweise der Schmutz von den festen Teilen der Fenster durch das Waschwasser aufs Glas gespült, und die Mühe wäre umsonst.

Bekanntlich sollte man sich das Fensterputzen für trockene Tage reservieren. Optimal wird es, wenn’s vorher ein, zwei Tage nicht geregnet hat. Ärgerlich ist es dagegen, wenn der Niederschlag auf die frisch geputzten Fenster fällt. Sorgfältig arbeitet, wer vor dem eigentlichen Putzen die Rahmen und Fensterbretter außen mit einem Handfeger von Staub und Schmutz befreit.

Danach können diese Teile des Fensters mit einem Haushaltsschwamm und lauwarmem Wasser mit Spülmittel ordentlich abgewaschen werden. Das gilt unbedingt für die Außenseite; drinnen reicht es meist, den Rahmen ohne Reinigungsmittel feucht zu wischen.

Scheiben waschen und anschließend abziehen

Auch wenn immer wieder Hausfrauentipps aufpoppen, nach denen man gewaschene Scheiben am besten mit trockenem Zeitungspapier bearbeitet: So richtig gut wird es nur mit einem professionellen Abzieher. Vorher aber wird das Glas gründlich eingeschäumt und so gewaschen. Bleibt die Gretchenfrage, was ins Waschwasser gehört.

Die Experten verwenden durchweg spezielle Mittel, die in lauwarmem Wasser aufgelöst werden. Solche Profi-Reinigungsmittel anzuschaffen, lohnt sich aber nur, wenn man die Fenster im Wochenrhythmus putzt. Außerdem tut es das ganz normale Spülmittel auch. Wichtig: Weniger ist mehr, weil Überdosierung fast zwangsläufig zu Schlieren und Streifen führt.

Zum Putzen selbst benutzen die Profis einen sogenannten „Einwascher“. Dabei handelt es sich um einen Träger an einem kurzen Stiel, der mit einem flauschigen Mikrofaser-Überzug versehen ist. Außerdem bringen sie entweder einen zweigeteilten oder zwei separate Eimer mit an den Tatort. Während das eine Abteil die Waschlösung enthält, ist die andere mit klarem Wasser befüllt. Erst wird der Einwascher ordentlich mit Putzwasser benetzt. Dann wäscht man die Scheiben mit geringem Druck und von oben nach unten in Schleifenbewegungen. Anschließend wird der Einwascher kurz im klaren Wasser durchgespült.

Manuell oder mit Maschine – das ist die Frage

Der Abzieher besteht – ähnlich wie der Einwascher – aus einem Stiel mit Träger. An diesem ist eine stabile Gummilippe befestigt. Die setzt man beherzt direkt am Fensterrahmen aufs Glas und zieht dann eine Bahn; je nach Geschmack horizontal oder vertikal. Damit wird das Wasser samt abgewaschenem Schmutz mitgezogen. Am Ende läuft es nach unten ab. Der Abzieher wird nach jedem Durchgang mit einem trockenen Tuch gesäubert.

Bei dieser Methode sammelt sich das Schmutzwasser unten am Rahmen. Je nach Menge läuft es dann aufs Fensterbrett, sodass man es mit einem weiteren Lappen auffangen muss. Gelernte Fensterputzer haben geschmeidige Bewegungen beim Abziehen drauf, die diesen unangenehmen Effekt minimieren.

Für uns Amateure gibt es deshalb elektrische Fenstersauger, die das Problem ganz grundsätzlich lösen. Diese Geräte ähneln Tischstaubsauger mit einem Abzieher am oberen Ende. Beim Abziehen saugen sie das Schmutzwasser auf und speichern es in einem Tank, den man regelmäßig ausleert. Gerade bei bodentiefen Fenstern oder Fenstern, die nicht senkrecht eingebaut sind, erleichtern Fenstersauger – die es beim EP:Fachhändler schon für knapp 60 Euro gibt – die Arbeit enorm.

Tipps und Tricks beim Fensterputzen

Viele Hausmänner und -frauen schwören auf den guten, alten Lederlappen. Mit dem, sagen sie, könne man den geputzten Scheiben den totalen Glanz verleihen. Tatsächlich aber tun auch moderne Mikrofasertücher dasselbe, sodass die Anwendung von Fensterledern letztlich Geschmacksache bleibt. Gut zum Polieren eignen sich tatsächlich Strumpfhosen; mit ihnen kann man ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie mit Mikrofasertüchern oder Fensterledern.

Unter all den Hausmitteln, die rund ums Fensterputzen diskutiert werden, sind Spiritus, Essig oder Essigessenz durchaus empfehlenswert. Allerdings lösen sie nur fettigen Schmutz. Ob der gelegentlich genannte schwarze Tee als Fensterputzmittel taugt, ist dagegen umstritten. Gegen zukünftige Verschmutzung kann man die Scheiben schützen, indem man einen zweiten Putzgang durchführt, bei dem man dem Putzwasser einen guten Schuss Klarspüler – wie er im Geschirrspüler verwendet wird – zusetzt.

Ob sich Dampfreiniger wirklich gut zum Fensterputzen eignen, ist zweifelhaft. Wer ein entsprechendes Gerät besitzt und es versuchen will, sollte folgenden Tipp beachten: Vor dem eigentlichen Reinigen, die Scheiben unbedingt mit Dampf aus ca. 20 bis 30 Zentimetern Entfernung vorwärmen; kaltes Glas sofort mit Heißdampf zu traktieren, kann zu Rissen und Bruch führen!