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Schlaf schön! Babyphone und App im Vergleich

Vor knapp dreißig Jahren kamen die ersten Babyphones auf den Markt, und machten das Leben von vielen Eltern sehr viel angenehmer: Mama und Papa konnten sich beruhigt vom Säugling entfernen, denn per Babyphone hatten sie immer ein Ohr im Kinderzimmer. Moderne Geräte bieten mittlerweile noch mehr: Reichweiten von 300 Metern, eine integrierte Kamera, einen Temperaturanzeiger... Auch eine Fülle an Apps scheint diese Funktionen zu erfüllen. Ein Download, und aus jedem Smartphone wird ein vielseitiges Babyphone. Bleibt die Frage: Können diese Apps das klassische Babyphone ersetzen?

Das Babyphone-Prinzip

Das klassische Babyphone war eher simpel gestrickt: Im Sender war ein Mikro eingebaut, das kontinuierlich die Geräusche aus dem Kinderzimmer auf den Empfänger übertrug. Bei gemütlichen Abenden unter Nachbarn gehörten das sanfte Knacken und die leisen Seufzer aus den kleinen Kisten zur Sound-Atmosphäre. Später konnte dann die Empfindlichkeit reguliert werden, und der Empfänger gab nur Laut, wenn er vom Sender alarmiert wurde. Das alles ist auch heute noch so. Inzwischen bieten die Babyphones jedoch jede Menge Zusatzfunktionen.

Nachtlicht, Schlafliedfunktion und Temperaturmesser machen das Babyphone zum Allroundtalent

Nahezu jedes Babyphone kann heute schon als Nachtlicht benutzt werden. Das sanfte Licht sorgt für optimale Lichtverhältnisse und hilft beim ruhigen Einschlummern. Fehlt beim Einschlafen noch das Schlaflied? Auch das ist kein Problem. Bei einigen Geräten ist die „Lullaby-Funktion“ installiert, mit der ein, zwei Dutzend gespeicherte Schlaflieder von den Eltern gestartet werden können, die das Baby durch sanften Gesang beruhigen. Natürlich können Mama und Papa per Babyphone auch mit dem Kindchen sprechen, wenn es unruhig sein sollte.

Verschiedene Apps imitieren diese Funktionen. Die App „Babyphone 3G“ (erhältlich für Android und iOS) ermöglicht es, mit dem Baby zu reden. Zudem kann ein Video direkt aus dem Kinderzimmer übertragen werden. Die App „Babyphon (Baby Monitor)“ (erhältlich für Android und iOS) kann das Lieblingslied des Kindes aus der Musiksammlung oder sogar Mamas aufgenommene Stimme abspielen. Besonders clever: Für jedes Kind kann ein eigenes Profil angelegt werden, das die Auswahl an Schlafliedern und die Nachtlichtfunktion erfasst und speichert.

Eine besonders feine Funktion, die keine App nachmachen kann: Eine Vielzahl an Babyphones misst kontinuierlich die Raumtemperatur, die am Empfänger-Babyphone abgelesen werden kann. Wird es also zu warm oder zu kalt im Kinderzimmer, können Mami oder Papi rasch rübergehen und die optimale Temperatur wieder herstellen.

Natürlich wollen (besorgte) Eltern ihr Kleines nicht nur hören, sondern im besten Fall auch sehen. Eine Vielzahl an Babyphones überträgt Bilder und auch Videos. Mit einer Infrarot-Nachtsichtfunktion, ist es sogar möglich im abgedunkelten Kinderzimmer genau zu sehen, ob das Baby ruhig in seinem Bettchen schlummert. Tatsächlich gibt es auch einige wenige Apps, die Bilder übertragen. Auf Befehl werden Momentaufnahmen aus dem Kinderzimmer geliefert. Vorausgesetzt die Übertragung über WLAN läuft fehlerfrei. Denn hier können störende Zeitverzögerungen auftreten. Mit anderen Worten: Wer auf die Videoüberwachung des schlafenden Lieblings Wert legt, sollte eher zu einem Babyphone oder gar einer speziellen Babycam greifen.

Das Babyphone ist da, die App ist installiert, und los geht’s?

Abgesehen von den ganzen nützlichen Funktionen, sollte das Gerät bzw. die App natürlich auch bedienerfreundlich sein. Hat man sich für ein Babyphone entschieden, steht der Benutzung nichts mehr im Wege: Akku aufladen, einschalten, fertig. Bei der App sieht das ein wenig anders aus: Bevor die Entscheidung für eine App fällt, sollte zunächst geprüft werden, ob zwei Geräte vorhanden sind, auf der die App verwendet werden kann. Denn für die Verwendung ist es erforderlich zwei Geräte miteinander zu verkoppeln. Das eine Smartphone befindet sich beim Baby, das andere Gerät hat man bei sich.

Ist die App dann installiert, kann es losgehen. Eine kontinuierliche Übertragung vom Babybett ist jedoch bei nahezu allen Vertretern dieser Gattung nicht möglich. Um senden zu können, muss das Handy durch ein Geräusch des Kindes aktiviert werden. Soll also gewährleistet sein, dass sich das Smartphone zuverlässig einschaltet, sollte man die Geräuschempfindlichkeit einstellen. Vorsichtige Eltern tun gut daran, diese Einstellung vor dem ersten Ernstfall sorgfältig zu testen. Zu den Basisfunktionen der Babyphone-Apps gehört übrigens das automatische Stummschalten der Klingeltöne am Sende-Smartphone – so kann das Kind nicht versehentlich geweckt werden.

Ebenfalls bei fast allen Babyphone-Apps mit an Bord ist die Möglichkeit von Intervallkontrollen. Der Sender ruft die Eltern in festgelegten Abständen automatisch an und liefert eine Live-Übertragung vom Baby. Einige Babyphone-Apps zeichnen die Geräusche aus dem Kinderzimmer kontinuierlich auf und werten sie aus. Die Eltern können also später die komplette Aufnahme abhören und anhand einer Statistik ablesen, ob und wann das Baby überhaupt Töne von sich gegeben hat. Der praktische Nutzen dieser Funktion ist jedoch fraglich.

Fazit

Die Kinderzimmer-Überwachungs-Apps kommen wie die klassischen Babyphone mit vielen nützlichen Funktionen daher. Beide besitzen neben der grundlegenden Eigenschaft, dass sie Geräusche und auch ein Bild des Kinderbettchens übertragen, meist auch eine Nachtlichtfunktion, spielen Schlaflieder ab und ermöglichen es, mit dem Baby zu sprechen. Dies alles bieten Apps zu einem günstigen Preis: Während einfache Babyphone-Geräte beim EP:Fachhändler bei mindestens 40 Euro liegen, können die empfehlenswerten kostenpflichtigen Apps für drei oder vier Euro heruntergeladen werden.

Wählt man die „Überwachung“ per App lässt sich also etwas Geld sparen. Hinsichtlich der Sicherheit müssen jedoch Abstriche gemacht werden: Die Apps laufen über das Handynetz, hier kann es also zu Störungen und dadurch zu einer Unterbrechung der Übertragung kommen. Zudem scheinen andere auf dem Smartphone installierte Apps die Funktionen der Babyphone-App zu beeinträchtigen oder die App sogar zu beenden.

Die führenden Babyphone-Apps können also empfohlen werden, wenn die Eltern mögliche Störungen ins Kalkül ziehen oder einfach für den Notfall, wie z.B. im Urlaub ohne Babyphone, gerüstet sein wollen. Dann können sie sich übrigens auch weiter als die 300 Meter vom Spross entfernen. Die Reichweite ist im Vergleich zu den gängigen Babyphones nämlich etwas größer. Wer aber nie oder selten mehr als 300 Meter Abstand zwischen sich und die Kinder legt, ist mit einem klassischen Babyphone besser bedient – einfach, weil es wesentlich zuverlässiger arbeitet.