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Sport im Freien – mit Smartphone, Smartwatch oder Fitnessarmband

Selbstvermessung lautet ein Zauberwort der Stunde. Ausgelöst durch den starken Fokus, den Apple bei der Watch auf die Gesundheitsfunktionen legt, interessieren sich immer mehr Menschen für die Möglichkeiten, die persönliche Fitness digital zu fördern. Dabei geht es immer um zwei Themen: Daten erfassen, dokumentieren und auswerten sowie daraus individuelle Pläne erarbeiten und den Anwender motivieren, diese einzuhalten. Drei Parameter haben sich als entscheidend herausgestellt: Puls bzw. Herzfrequenz, Blutdruck und sportliche Leistung, in der Regel gemessen als zurückgelegte Strecke.

Schritte zählen, Strecken messen

Viele Mediziner empfehlen ja, täglich für ein Minimum an Fitness täglich wenigstens 10.000 Schritte zu gehen. Manche behaupten sogar, viel mehr Sport wäre für einen normalgewichtigen Normalbürger mittleren Alters gar nicht nötig. Aber zunächst müssen die Schritte natürlich gezählt werden. Mechanische Schrittzähler für weniger als 20 Euro tun dies recht zuverlässig, wenn sie richtig am Körper getragen werden. Um die tägliche Strecke zu dokumentieren, müssen die abgelesenen Werte allerdings manuell in den Computer übertragen werden. Da sind digitale Pedometer natürlich praktischer – besonders wenn sie über eine smarte Funktion am mobilen Gerät realisiert werden. Das ist aber nicht trivial. So verfügen zwar die meisten Smartphones über Neigungssensoren (mit denen ja das Umschalten von Hoch- auf Querformat des Displays gesteuert wird) und können so Bewegungen des Trägers erfassen, aber sonderlich exakt ist das nicht. Da sind aktuelle Smartwatches und Fitnessarmbänder deutlich überlegen, weil die mit speziellen Sensoren bestückt sind, die tatsächlich Schritte recht sauber als solche erkennen.

Viele Fitness-Apps für Smartphones, zum Beispiel das sehr verbreitete Runtastic, versuchen das Problem durch GPS-Ortung zu umgehen. Das bedeutet: Die zurückgelegte Strecke zwischen dem manuell ausgelösten Start und dem Ende der Messung wird (in der Realität auf etwa zwei Meter genau) erfasst. Hat der Nutzer seine durchschnittliche Schrittlänge vorgegeben, errechnet die App aus der Strecke die Anzahl Schritte. Übrigens: Bei Erwachsenen liegt die Schrittlänge beim strammen Walken zwischen mindestens 65 und bis 95 Zentimetern – Nachmessen der eigenen Schritte lohnt sich allemal.

Puls fühlen, Hautwiderstand messen

Runtastic ist natürlich nicht die einzige App, die eine zurückgelegte Strecke messen kann, aber eine Lösung für die unterschiedlichsten Fortbewegungsarten – vom Spazieren übers Joggen bis zum Radeln. Das können aber die Apps, die sogenannte Fitnessarmbänder wie das Samsung Gear steuern, auch. Auch die Apple Watch und fast alle Android-Wear-Uhren bieten diese Funktionalität an.

Die Herzfrequenz kann keines der derzeit angebotenen Smartphones messen – entsprechende Sensoren finden sich nur und durchweg in Smartwatches und Fitnessarmbändern, die das Pochen des Pulses am Handgelenk lesen können. Die Genauigkeit ist bei Fitness-Trackern wie den verschiedenen Jawbone-Modellen relativ hoch, aber auf jeden Fall schlechter als das was beim klassischen Pulsfühlen per Hand herauskommt. Dafür können die hochwertigeren Fitness-Armbänder aber den Hautwiderstand messen, anhand dessen sich der aktuelle Erschöpfungszustand bestimmen lässt.

Abnehmen durch Kalorienzählen

Die Intelligenz der Apps für Smartphones und Smartwatches bzw. Fitness-Tracker liegt aber weniger in den Sensoren, als vielmehr in der Auswertung der ermittelten Daten. So bieten alle Messinstrumente für die sportliche Betätigung das Berechnen der verbrauchten Kalorien an. Die Software erlaubt in den meisten Fällen zudem, auch die gegessenen Kalorien einzugeben – teils anhand intelligenter Lebensmitteldaten – und so die Bilanz zu errechnen. Daraus erarbeiten besonders die Apps der Fitness-Tracker und Smartwatches ganz individuelle Fitness- und Abnehmpläne.

Die Erfahrung zeigt, dass man mithilfe der Geräte und der zugehörigen Software tatsächlich die persönliche Fitness steigern und/oder das individuelle Wohlfühlgewicht erreichen kann. Allerdings ist die Disziplin, sich an die Pläne zu halten und regelmäßig den inneren Schweinehund zu überwinden, zwingende Voraussetzung für den Erfolg.

Geräte und Apps

Bestseller unter den Fitness-Apps ist mit weitem Abstand „Runtastic“, das in der Android-Version rund 5 Euro kostet und rundum empfehlenswert ist. Auf das Training im Studio spezialisiert (Android-Version ebenfalls 5 Euro) ist „Fitness Point“, während der „BikeComputer“ (5 Euro) besonders für Radfahrer geeignet ist. Die genannten Apps arbeiten übrigens gut mit Android-Wear-Watches zusammen. Für die Apple Watch wird es eine Fülle solcher Apps geben.