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Urlaubsfotos in die Cloud schieben – ein Vergleichstest

Früher ging das ja so: Papa hat im Urlaub wild durch die Gegend geknipst und die Filme nach der Rückkehr „weggebracht“. Dann bekam er irgendwann einen Packen Abzüge oder einen Haufen Dias. Mit dem dann die Nachbarschaft sowie die Verwandten und Bekannten gequält und neidisch gemacht wurden – den klassischen Dia-Abend fürchten alle, die ihn erlebt haben, noch heute. Inzwischen ist jedes Smartphone und jedes Handy eine Knipse, und alle Bilder existieren fast nur noch digital. Außerdem machen die Menschen nach einer Schätzung von Experten pro Jahr fast tausendmal mehr Fotos als zu Zeiten der Analogfotografie.

Dabei hat die Digitalfotografie auf dem Gebiet der Urlaubsbilder zwei entscheidende Vorteile: Man sieht sofort, was man aufgenommen hat, und man kann schöne Fotos gleich an Freunde, Verwandte und Kollegen weiterleiten. Das Problem mit der gewaltigen Menge an Bildern, die fast jeder anhäuft besteht in der sinnvollen Lagerung. Das haben vor vielen Jahren bereits kanadische Softwareschmiede erkannt und einen Dienst namens „Flickr“ erfunden. Parallel dazu entstand „Picasa“, das später von Google gekauft wurde und heute als „Google Fotos“ betrieben wird. Flickr war so vermutlich der allererste Cloudservice überhaupt, denn die Idee dahinter war, Fotos auf einen entfernten Server hochzuladen und von überall aus per Browser anschauen zu können. Und genau das ist – bezogen auf Daten allgemein – das Prinzip der Cloud. Nach wie vor ist der Bedarf der Anwender bei der Cloud-Speicherung von Fotos am größten, deshalb gibt es auch eine ganze Reihe interessanter Dienste, die im Folgenden vorgestellt werden sollen.

Flickr – Veteran im hochmodernen Gewand

Relativ früh erwarb Yahoo diesen Fotodienst und wollte damit wieder zum Konkurrent von Google werden. Daraus wurde nichts, aber Flickr (www.flickr.com) ist immer noch DER Standard unter den Clouds für Bilder. Um ihn nutzen zu können, muss man sich zuerst registrieren. Dabei bekommt man automatisch eine Yahoo-ID, die man bei Bedarf auch zum Anmelden an andere Yahoo-Dienste verwenden kann.

Dann kann‘s auch schon losgehen. Bilder vom heimischen PC oder vom Notebook kann man wie üblich im Browser hochladen. Für Windows gibt es ein Gratisprogramm, mit dem man nicht nur den Inhalt eines Verzeichnisses, sondern ganze Sammlung uploaden kann. Alle Fotos sind zunächst „privat“, können also nur vom Besitzer selbst betrachtet werden. Der kann aber jedes Bild oder auch ganze Verzeichnisse und Alben öffentlich sichtbar machen. Alle öffentlich sichtbaren Fotos bilden den sogenannten „Fotostream“, der über eine feste Webadresse von jedermann aufgerufen werden kann.

Natürlich gibt es auch Apps für Android, iOS und Windows, die den Zugriff auf den Service ermöglichen. Und hier wird’s interessant: Die Apps bieten eine Auto-Upload-Funktion, die jedes mit dem Smartphone aufgenommene Bild automatisch in die Flickr-Cloud schiebt. Macht man diese Bilder per Voreinstellung öffentlich, sind sie sofort im Fotostream sichtbar, und die Nachbarn können gleich sehen, wie toll man im Urlaub an der Strandbar Party gemacht hat.

Flickr ist vollkommen kostenlos und stellt jedem Nutzer sage-und-schreibe 1 Terabyte (= 1.000 GB) Speicherplatz zur Verfügung.

Google Fotos – die vollautomatische Foto-Cloud-Lösung

Entstanden aus dem altbewährten Picasa ähnelt Google Fotos (photos.google.com) Flickr immer noch sehr. Jedenfalls auf der Ebene „Fotos in der Cloud speichern“. Auch hier braucht man zunächst einen Google-Account. Und dann den „Desktop-Uploader“. Das Hochladen heißt bei Google „Fotos sichern“. Und an dieser Stelle merkt man schon, dass das alte Picasa-Prinzip nur noch eine Altlast ist, denn das Synchronisieren von Fotos, die mit dem Smartphone (Android oder iOS) gemacht wurden, scheint den Google-Leute viel wichtiger zu sein. Denn man kann automatisch nur von einem Desktop-PC oder Notebook ODER von einer Wlan-fähigen Kamera ODER einem Mobilgerät aus synchronisieren.

Dafür ist der Speicherplatz theoretisch unbegrenzt, und das automatische Sichern und Synchronisieren zwischen einem Android-Smartphone und der Google-Fotos-Cloud funktioniert extrem schnell und reibungslos.

Dropbox – der unabhängige Allzweck-Cloudservice

Mit diesem immer noch extrem beliebten Dienst gelangte das Prinzip „Cloud“ in die Wahrnehmung von Otto Normalanwender. Dropbox setzte mit seinem Ansatz Standards bei diesem Thema, das dann „die Großen“ nachahmten. Ausgangspunkt bei Dropbox sind identische Ordnerstrukturen auf einem PC oder Mac und in der zugehörigen Cloud. Die Inhalte werden automatisch und im Hintergrund synchronisiert. Das heißt: Fügt man einem Dropbox-Ordner auf dem Notebook ein Foto hinzu, wird es automatisch in den verbundenen Ordner in der Cloud hochgeladen. Und steht damit auf jedem Rechner und jedem Mobilgerät zur Verfügung, mit dem man aufs Internet zugreifen kann.

Um gerade die vielen, vielen Anwender zu unterstützen, die ihre Dropbox besonders für Fotos benutzen, gibt es einen integrierten Bildbetrachter, der alle Fotos in einer Dropbox aus den verschiedenen Ordner zusammensucht und dort zum Durchblättern anbietet. Außerdem können bei Android und iOS per App Dropbox-Konten auf den Mobilgeräten synchronisiert werden. So kann man nicht nur auch vom Smartphone auf die Daten in der Dropbox zugreifen, sondern auch einen automatischen Sofort-Upload von Fotos, die mit dem Phone geschossen wurden, einrichten.

Ordner und darin enthaltene Daten sind zunächst privat. Man kann aber den Link weitergeben, und jeder, der ihn hat, kann die Inhalte im Browser betrachten. Außerdem lassen sich Ordner so freigeben, dass andere Leute ihre Bilder dorthin laden und von dort aus auch herunterladen können. Der angebotene Speicherplatz liegt bei der kostenlosen Nutzung bei nur 5 GB, kann aber auf verschiedene Weise erhöht werden – u.a. dadurch, dass man neue Dropbox-User anwirbt.

Apple iCloud

Der Apple-eigene Cloud-Service ist vollkommen in die Welt von OS X und iOS integriert, und das ist auch der größte Vorteil von iCloud. Einmal aktiviert muss man sich um das Speichern und Synchronisieren nicht mehr kümmern – ganz gleich von welchem Apple-Gerät aus man den Dienst nutzt. Sogar der automatische Sofort-Upload von Fotos vom iPhone oder dem iPad muss nicht erst eingestellt werden, sondern bringt die frischgeschossenen Bilder direkt in die Fotomediathek.

So nennt Apple die Fotoabteilung der iCloud, die alle synchronisierten Bilder automatisch sortiert und interessante Suchfunktionen beinahe wie bei Flickr und Google Fotos bietet.

Für iCloud-User sind lediglich 5 GB kostenfrei. Auf 20, 200, 500 und 1.000 GB kann zu monatlichen Gebühren zwischen einem und 20 Euro.

Microsoft OneDrive

Dieser Dienst der Windows-Macher war zunächst nicht mehr als eine Art Klone von Google Docs und Apples iCloud, also ein allgemeiner Cloudservice. Inzwischen aber kann jeder den OneDrive nicht nur zum Speichern und Synchronisieren von Daten verwenden, sondern ihn als Speicher für die Daten der 360°-Anwendungen nutzen. Seit Kurzem hat Microsoft aber eine eigene Abteilung für Fotos integriert – ähnlich wie bei Dropbox handelt es sich um einen Online-Bildbetrachter. Wer keine Windows-Live-Software abonniert hat, kann 15 GB für Dokumente bzw. Fotos verwenden.

Zum Glück bietet Microsoft OneDrive-Apps auch für Android und iOS an, sodass die Nutzung auf Mobilgeräten jeder Art gewährleistet ist. Das Preisgefüge für über 15 GB hinausgehenden Speicher hat sich Microsoft bei Apple abgeschaut.

Fazit

Für Flickr und Google Fotos sprechen eindeutig die intelligente Sortierung und die tollen Suchfunktionen; so findet man selbst in riesigen Beständen einzelne Bilder, von denen man kaum mehr weiß als was darauf zu sehen ist. Das können Dropbox, OneDrive und iCloud nicht. Dafür können die eben auch andere Dateien über die Cloud synchronisieren und sichern. Wer bereits Google-Nutzer ist und Android-Mobilgeräte nutzt, der profitiert von der Automatik von Google-Fotos und ist damit am besten bedient. Dasselbe gilt für Apple-Freunde mit iOS-Geräten, die unbedingt die iCloud nutzen sollten.

Ebenfalls dringend zu empfehlen ist die Nutzung von OneDrive für alle, die ein mobiles Windows-Gerät verwenden und/oder die Windows-Live-Services von Microsoft nutzen. Dann bewegt man sich in einem Kosmos, der in sich absolut reibungslos funktioniert. Dasselbe gilt natürlich für Apple-Freunde und die iCloud. Hat man aber im Kreis der Lieben sowohl Apple-, also auch Windows- und Android-Freunde, denen man wildes Installieren von Anwendungen und Apps ersparen will, kann man guten Gewissens zur Dropbox greifen – die ist neutral und läuft auf allen Systemen und Geräten.