Heuschnupfen – so können sich Pollenallergiker das Leben leichter machen

Niemand weiß genau, wie viele Menschen in Deutschland an einer Pollenallergie leiden, vermutlich sind es aber 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Nicht jeden trifft der Heuschnupfen mit voller Wucht und das ganze Frühjahr und den ganzen Sommer hindurch. Bei vielen überlagern andere Allergien – besonders häufig gegen Hausstaub und Tierhaare – die Symptome. Aber schön ist der Heuschnupfen für niemanden. Mit einer Reihe von Maßnahmen, Medikamenten und Hilfsmitteln kann sich aber jeder Allergiker das Leben während der Pollenflugzeiten leichter machen.

Zwischen Frühblühern und Sommergräsern

Die Zahl derjenigen, die vom frühen Frühling bis in den Herbst hinein allergisch auf Blütenpollen reagieren, ist relativ gering. Deshalb ist es für jeden Betroffenen wichtig zu wissen, auf welche Gewächse er allergisch reagiert. Ganz grob gliedern sich die Heuschnupfen-Geplagten in drei Gruppen. Wer auf Frühblüher wie Hasel, Erle, Pappel, Weide und Esche reagiert, wird die Symptome meist ab Mitte Februar und bis Pfingsten spüren. Arm dran sind die Menschen, die gegen Pollen von Birken und Nadelgewächsen allergisch sind; denn dann reicht die Allergieperiode von etwa März bis in den August hinein. Ebenfalls nicht zu beneiden sind diejenigen, die Probleme mit dem Blütenstaub von Gräsern und Getreide haben – hier beginnt die Allergiezeit Ende März und zieht sich bis in den September hinein.

Detaillierte Informationen zu den besonders allergenen Gewächsen bieten Pollenkalender, die u.a. von Allergiecheck.de im Internet zum Download bereitgestellt werden. Daraus ergibt sich, dass in unseren Breiten praktisch nur die Monate November, Dezember und Januar frei von Pollenflug sind. Weiß man als Allergiker aber, auf welche Pflanzen man reagiert, kann man sich darauf einstellen. Zum Beispiel durch Einnehmen von Antihistaminen der zweiten Generation – bekanntester Wirkstoff ist hier Ceterizin. Der ist gut verträglich und macht schlimmstenfalls ein wenig müde. Mediziner aber warnen: Antihistamine sind keine Dauerlösung! Ohne explizite Empfehlung des Arztes sollte man Ceterizin-Präparate maximal sechs Wochen lang nehmen.

Tipps und Hilfsmittel für Kurzzeitallergiker

Unter „Kurzzeitallergikern“ sind die Menschen zu verstehen, die jedes Jahr nicht länger als acht bis zehn Wochen unter den Pollen leiden. Auch ohne Arzneimittel können diese ihr Leiden drastisch verringern, wenn sie ein paar Tipps beachten. Alle diese Hinweise basieren auf dem Grundsatz: Kontakt mit Pollen vermeiden!

Natürlich kann man dem fruchtbaren Staub gut entgehen, indem man sich in der kritischen Zeit möglichst wenig draußen aufhält. Aber, wer will das schon? Wer aber folgende Regeln beachtet, kann auch als Pollenallergiker spazieren gehen:

  1. Bei Regen ist die Belastung am geringsten.
  2. Bei Windstille oder geringem Wind ist die Belastung geringer.
  3. In der Stadt ist die Pollenbelastung immer abends am höchsten; auf dem Land dagegen morgens.
  4. Schlendern ist weniger belastend als wandern oder gar joggen.
  5. Gehen Sie am besten nur mit Brille bzw. Sonnenbrille vor die Tür.

Aber auch sonst hilft richtiges Verhalten, den Heuschnupfen besser aushalten zu können:

  1. Halten Sie die Fenster in der Wohnung und im Büro geschlossen und beschränken Sie sich auf Stoßlüften in der Tageszeit der geringeren Pollenbelastung.
  2. Lassen Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen; falls möglich schalten Sie die Lüftung im Wagen auf Umluft.
  3. Achten Sie beim nächsten Autokauf darauf, dass der Wagen über einen Pollenfilter verfügt. Haben Sie ein Auto mit einem solchen Filter, lassen Sie den vor dem Beginn der kritischen Jahreszeit in der Werkstatt reinigen.
  4. Über Tag sammeln sich die Pollen auf Stoffen, aber auch in den Haaren. Waschen Sie sich deshalb vor dem Schlafengehen die Haare. Halten Sie zudem das Schlafzimmer tagsüber ganz geschlossen (Fenster und Tür!) und lüften Sie nur in der pollenarmen Tageszeit.

Technische Hilfen für Heuschnupfengeplagte

Erfahrene Pollenallergiker kennen das: Mitten im Winter kriegt man plötzlich einen Anfall, als ob das gefürchtetste Grün gerade blühen würde. Grund dafür ist oft der Staubsauger. Der hat während der Saison natürlich jede Mengen Pollen aufgenommen, die fröhlich im Staubbeutel hausen. Wird der nun gewechselt, können Massen an Blütenstaub aufgewirbelt werden. Die Gegenmaßnahme ist einfach: Wechseln Sie unmittelbar nach dem Ende ihrer persönlichen Allergiejahreszeit den Staubbeutel.

Besser noch: Schaffen Sie unbedingt einen Staubsauger mit separatem Pollenfilter an! Solche Geräte gibt es mit und ohne Beutel in allen Preisklassen – der EP:Fachhändler berät gern beim Kauf. Besonders empfehlenswert für Allergiker, die fast das ganze Jahr unter ihrem Heuschnupfen leiden, sind Wasserstaubsauger, die feucht arbeiten. Allerdings eignen sich die meisten Modelle dieser Art nicht für jeden Bodenbelag. Auch zu diesem Thema sollte man sich vom Experten beraten lassen.

Je trockener das Raumklima, desto stärker werden Pollen aufgewirbelt. Deshalb sollten Pollenallergiker sich mit dem Thema Luftbefeuchtung und Luftwäsche befassen. Auf diesem Feld gibt es Geräte ganz unterschiedlicher Bauart und mit ganz verschiedenen Technologien. Außerdem reicht die Preisspanne von kaum 100 Euro für einen mobilen Luftreiniger bis hin zum Klimageräte mit Wasch- und Filterfunktion für an die 1.000 Euro.

Fazit

Wer eingrenzen kann, in welchen Monaten er gegen welche Pollen allergisch ist, kann die Symptome durch angemessenes Verhalten und ein wenig Technik so stark zurückdrängen, dass die Einnahme von Arzneimitteln unnötig wird. Menschen, die von Februar bis Oktober unter ihrem Heuschnupfen leiden, sollten dagegen unbedingt einen Arzt aufsuchen, der auf Allergien spezialisiert ist. Der kann maßgeschneiderte Therapien mit und ohne Medikamenteneinsatz entwickeln, die auch dem am stärksten betroffenen Pollenallergiker das Leben leichter machen.