20 Jahre Bluetooth – ein Funkstandard feiert Geburtstag

Ob Lautsprecher oder Kopfhörer, Drucker, Mäuse oder Tastaturen, Smartwatches oder Kaffeemaschinen – immer mehr elektronische Geräte kommunizieren drahtlos mit ihren Kollegen per Bluetooth. Vor allem auf kurzen Distanzen funktioniert die simple Verbindung per Funk einfach großartig. Wie alles begann und woher die Adhoc-Netzwerktechnologie ihren Namen hat – ein Überblick. 
 
Die Bluetooth-Ära begann vor 20 Jahren. Im Februar 1998 gründete eine Handvoll unternehmen die „Bluetooth Special Interest Group“ (SIG) mit dem Ziel, das Kabelgewirr bei der Verbindung von diversen Zubehörgeräten mit dem Computer zu vermeiden und eine kabellose, energiesparende und billige Alternative zur Datenübertragung zwischen Tastatur und PC zu realisieren. Der Grundstein für die Funktechnik Bluetooth war gelegt. Heute zählt die Bluetooth Special Interest Group mehr als 33.000 Mitglieder.

König Blauzahn erobert die Welt

Vom Prototyp zur Standardfunklösung über kurze Distanzen war es allerdings ein weiter Weg. Zuerst einmal musste ein kurzer, griffiger Name für die neue Technologie gefunden werden. Dem Elektroingenieur Sven Mattisson aus Schweden ist es wohl zu verdanken, dass die neue Technik nicht etwa Multi-Communicator-Link heißt, sondern Bluetooth – nach dem dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn. Dem Regenten gelang es in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts – der Sage nach dank seines außergewöhnlichen Kommunikationstalents – das unbedeutende Königreich Dänemark zu einem nordischen Großreich auszubauen. 1000 Jahre später erobert Blauzahn als Bluetooth wieder die Welt, diesmal allerdings die elektronische. Doch Blauzahn stand nicht nur Pate für die Namensgebung, sondern auch für das Logo. Das heute auf der ganzen Welt bekannte blaue Emblem entstand aus den Runen für H und B (Harald Blauzahn).

Innovative Bluetooth-Verbindungen

Heute ist Bluetooth DER Standard, wenn es darum geht, eine drahtlose Verbindung zwischen verschiedenen Geräten auf kurze Entfernung herzustellen. Die Funktechnik steckt in fast allen Geräten der mobilen Mediennutzung: in Smartphones und Tablets ebenso wie in Lautsprechern, Kopfhörern oder Fitnesstrackern. Das eindrucksvollste Beispiel für den Markterfolg der Bluetooth-Technologie sind Docking-Lautsprecher. Seit Jahren verzeichnet dieses Produktfeld nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) hohe Wachstumsraten: 2013 waren es 43 Prozent, 2014 sogar 68 Prozent und 2017 immerhin noch 12, 9 Prozent. Noch praktischer sind portable Lautsprecher mit Bluetooth-Connection, z. B. Die Rockbox Brick XL Frabriq Edition von Fresh’n’Rebel, der spritzwassergeschützte Lautsprecher BT7700B von Philips oder die bunte Palette von JBL. Derzeit die absoluten Renner: drahtlose Kopfhörer-Modelle, wie die Apple AirPods oder die JBL T110BT. Doch ganz gleich, ob es um die Verbindungen für Audio-Streaming, zur Steuerung von Wearables oder der Automatisierung von Smart Homes geht – derzeit ist ein Ende der Blauzahn-Erfolgsgeschichte nicht abzusehen.