Trend: Smartphones mit Satellitenfunk
Spätestens Ende Februar, wenn der Mobile World Congress in Barcelona stattgefunden hat, stehen die großen Themen des aktuellen Mobilfunkjahrs fest. 2023 scheint das der Satellitenfunk zu sein. Vor allem für Nachrichtenversand und Videostreaming bieten Satellitenübertragungen einige Vorteile.
Die Vorteile von Satellitenfunk
SMS-Nachrichten über Satellit kommen auch dort an, wo herkömmliche Mobilfunknetze nicht verfügbar sind. Dies zählt vor allem in Notsituationen, da Satellitenverbindungen auch dann funktionieren, wenn andere Netzwerke überlastet oder gestört sind.
Videostreaming über Satellit empfiehlt sich für Gebiete, in denen keine stabile oder schnelle Internetverbindung verfügbar ist. Die Geschwindigkeit ist zwar niedriger als bei Kabel- oder DSL-Internetverbindungen, aber schneller als bei 3G- oder 4G-Mobilfunkverbindungen.
Ein weiterer Vorteil von SMS und Videostreaming über Satellit ist: Es funktioniert weltweit. Satellitenkommunikation ist nicht an bestimmte Länder oder Regionen gebunden und kann nahezu überall auf der Welt genutzt werden. Das macht es besonders nützlich für Reisende oder Geschäftsleute, die in verschiedenen Ländern arbeiten oder sich in abgelegenen Gebieten aufhalten.
Nachteile von Satellitenfunk sind die bislang vergleichsweise hohen Preise, die niedrigen Übertragungsraten und der hohe Energieverbrauch beim Empfang. Nicht umsonst haben Satellitentelefone besonders große Akkus.
Die Visionäre von Apple haben bereits 2022 mit der Globalstar-Partnerschaft den Grundstein für das Trendthema gelegt, iPhones nutzen ab Version 14 Satellitenfunk für Notrufe. Samsung hat jetzt Zukunftspläne mit Keysight-Technologies bekannt gegeben, so will das Unternehmen satellitenbasierte Datenverbindungen für SMS und Videostreaming nutzen.
Funknetz und Chip von Bullit
Schon auf der CES hatte Bullit sein System Bullit Satellite Connect (BSC) vorgestellt, in dem Smartphones des Herstellers ohne das Mobilfunknetz zu nutzen senden können. Mit Chiphersteller Mediatek hat Bullit einen Chip samt App entwickelt, die sich lizenzieren und in andere Smartphones integrieren lassen.
Wer sein Smartphone behalten möchte, kann für besondere Situationen auf den neuen Motorola Defy Satellite Link zugreifen, ein neues Gerät der Motorola Defy Rugged Series, das Satelliten-Kommunikationsdienste unterstützt. Sobald die Notruftaste des Defy Satellite Link gedrückt wird, stellt das Bluetooth-Gerät eine Satellitenverbindung über das Bullit-System her. Mit dem robusten CAT S75 hat Bullit auch ein eigenes Satelliten-Phone im Angebot.
Snapdragon Satellite Chip von Qualcomm
Auch Amazon und Telesat sollen laut einem Bericht der Computerworld an Satellitendiensten arbeiten. Weiter ist Qualcomm und hat eine auf der Iridium-Infrastruktur basierende Satellitenlösung für Android-Smartphones angekündigt. Snapdragon Satellite bietet laut Qualcomm eine globale Abdeckung und ermöglicht auch in extrem abgelegenen und unzugänglichen Gebieten Zwei-Wege-Notrufe und SMS. Seit der Hersteller diese Technologie nicht mehr – wie noch zu Jahresbeginn geplant –auf die Snapdragon 8 Gen 2 Mobile Plattform beschränken will, sondern auch für den Snapdragon 4 Gen verfügbar machen will, stehen auch Anbieter von günstigeren Smartphones wie Honor, Motorola, OPPO oder Xiaomi, bei dem Chiphersteller Schlange.
