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Der vollautomatische Heinzelmann – das können Haushaltsroboter schon

In den Micky-Maus-Heften der Sechzigerjahre gab es regelmäßig bunt illustrierte Ausblicke auf das nächste Jahrtausend. Da flogen atombetriebene Autos durch die Luft, und die Menschen wurden wie Rohrpost von einem Kontinent zum anderen geschossen. Vor allem aber war das Heim des Menschen im Jahr 2000 vollelektronisch. Jedenfalls so, wie es sich die Autoren damals vorstellen konnten. Meist wurden Küchen in niedlichen Vorstadthäuschen abgebildet, in denen Mutti – denn es waren immer nur Hausfrauen, nie Männer… – sich die Nägel macht, während der zahme Roboter die Hausarbeit erledigt. Jetzt sind wir im Jahr 2017… und die Haushaltsroboter sind tatsächlich auf dem Vormarsch.

Es begann mit dem intelligenten Rasenmäher…

Nur kamen die ersten Heimroboter zu erschwinglichen Preisen eben nicht der Hausfrau bzw. dem Hausmann zugute, sondern Vati, dessen Ehrenpflicht ja das Rasenmähen ist. Ist die Wiese rund ums Haus groß genug, wird der Hausherr gern einen Aufsitzmäher anschaffen und samstags draußen herumfahren, um das Gras kurz zu halten. Handelt es sich aber um ein handelsübliches Stück Wiese vor oder hinterm Haus, fehlen ihm die Argumente, den Kauf bei der Gattin durchzusetzen. Millionen geplagte Herren der Schöpfung werden aufgeatmet haben, als die schwedische Firma 1995 mit dem Automower G1 den weltweit ersten Rasenmährobot auf den Markt brachte.

Heute gibt es hochintelligente Heinzelmännchen für unter 1.000 Euro, die bei Wind und Wetter ihre Bahnen durch den Garten ziehen, das Gras schneiden und dabei Hindernissen ausweichen. Und wenn ihnen der Saft auszugehen droht, steuern sie selbstständig ihre Hütte an, wo ihre Akkus aufgeladen werden. Die fortgeschrittensten Vertreter dieser Gattung verfügen sogar über ein bisschen künstliche Intelligenz; sie erkennen die Halmlängen und stellen sich darauf ein und sind sogar in der Lage, alle Kanten passgenau zu schneiden. Außerdem erkennen sie nicht nur feststehende Hindernisse, sondern auch sich schnell bewegende Objekte wie Hund, Katze und Kind.

Es saugt und bläst der Heinzelmann…

Viele denken beim Thema Staubsauger unwillkürlich an den berühmten Loriot-Sketch mit dem Vertreter der Firma Heinzelmann, der Mutti ein Gerät aufschwatzen will, dass gleichzeitig staubsaugt und die Trockenhaube befeuert. Nun sind Heinzelmännchen bekanntlich zwergenhafte Sagengestalten, die heimlich, stille und leise Arbeiten verrichten, auf die Menschen keine Lust haben. Das ist bei Loriot also der Name Programm.

Tatsächlich waren es aber Staubsaugrobots, die als zweite Spezies der Haushaltsroboter das Heim eroberten. In Europa kamen die ersten Maschinen dieses Typs etwa um die Jahrtausendwende in die Geschäfte für Elektrogeräte. Allerdings sah die breite Masse der Konsumenten diese flachen Schachteln doch eher als Kuriositäten an. Das hat sich bis heute drastisch geändert. Denn dieselbe Intelligenz, die man inzwischen in Rasenmährobots findet, ist nun auch den Bodenpflege-Heinzelmännchen implantiert.

So waren die ersten Saugrobbys nicht in der Lage, unterschiedliche Bodenbeläge in einem Durchgang zu reinigen, weil man ihnen vor dem Start sagen musste, ob sie auf Parkett oder Teppichen zu arbeiten hatten. Heute stellen sich die Roboter ganz selbstverständlich auf das zu reinigende Gelände ein, und zwischen Sofa und Couchtisch fahren sie sich auch nicht mehr fest. Gerade in großen Räumen fühlen sie sich so wohl, dass niemand mehr auf die Idee käme, selbst mit dem Staubsauger zu hantieren.

Die neuste Generation lernt die Räume, in denen diese Heinzelmänner eingesetzt werden, nach und nach immer besser kennen. Es werden sogar detaillierte Landkarten angelegt. Auf Basis dieser Kenntnisse optimieren sie dann ihre Wege und sparen so Zeit und vor allem Strom.

Weiter, immer weiter

Im Jahr 2014 gab die Hälfte der Befragten in Deutschland zu, sie könnten sich Anschaffung und Nutzung von Haushaltsrobotern vorstellen. Trotzdem haben es bisher nur die Mährobots geschafft, auf breiter Front in die Eigenheime einzuziehen. Aber die Skepsis gegenüber Saug- und Wischrobots sinkt immer mehr. Das liegt daran, dass die Konsumenten immer vertrauter mit den praktischen Anwendungen der künstlichen Intelligenz werden und fast durchweg ihre Smartphones für die Steuerung automatisierter Abläufe einsetzen.

Die Akzeptanz der SmartHome-Technologien ist deshalb auch unerwartet hoch. Immer mehr Menschen setzen auf die Fernsteuerung von Heizung, Licht und E-Geräten. Und je intelligenter das Haus wird, desto mehr ziehen schlaue Heinzelmännchen ein.