Frühjahrsputz extrem – so werden auch die Elektrogeräte frisch und sauber

Der Frühjahrsputz ist in unseren Breiten eine uralte Tradition. Vermutlich gibt es die Grundreinigung zum Übergang zwischen Winter und Frühling schon seit dem Menschen in Hütten und Häusern leben. Denn während der kalten Jahreszeit wurde in damals drinnen auf offenem Feuer gekocht. Gleichzeitig diente das Herdfeuer als Heizung. Da konnte sich über die Heizperiode zwischen Oktober und März jede Menge Ruß auf der Einrichtung ablagern. Und das galt es zu entfernen. Später wurde es zudem Brauch, Vorhänge und Gardinen zu waschen, die man im Winter nach der Wäsche nie wieder trocken bekommen hätte.

Frühlingsfrische statt Frühjahrsputz

Aber natürlich hat der Frühjahrsputz auch eine emotionale Komponente: Das Haus soll die Sonne und die warme Jahreszeit frisch und sauber begrüßen. So gehören traditionell das Fensterputzen und das Reinigen der Polstermöbel zu den Aufgaben der rituellen Grundreinigung. Die Luftreinigung steht dabei noch nicht unbedingt an erster Stelle. Allerdings werden Haus und Wohnung während der Heizperiode tatsächlich deutlich seltener gelüftet als im Frühling und Sommer. Sobald die Heizung nicht mehr nötig ist, gehört deshalb das intensive Lüften mit zum Frühjahrsputz. Das bringt in Großstädten und in der Nähe von Industrieanlagen aber einen Nachteil mit sich – bei geöffneten Fenstern kann Feinstaub hereinkommen. Da helfen Luftreiniger, also Geräte, die Schadstoffe aus der Luft filtern und diese befeuchtet wieder abgeben. Und wenn man dann in den ersten Tagen nach dem Frühjahrsputz ab und an mit ein wenig Raumspray nachhilft, dann duftet das Heim bald passend zur Jahreszeit.

So wie sich früher der Ruß auf den Möbeln absetzte, so lagern sich während der Heizperiode oft Staub und damit Allergene in Teppichen und auf Polstern ab. Da empfiehlt sich nicht nur sorgfältiges Saugen mit einem modernen Staubsauger, sondern eine Feuchtbehandlung – mit oder ohne Dampf. Ob und welche Geräte dafür sinnvoll sind, erklärt der EP:Fachhändler vor Ort seinen Kunden gern.

Beim klassischen Frühjahrsputz wird die Küche meistens vernachlässigt. Dabei sollten auch die Elektrogroßgeräte mindestens zweimal im Jahr intensiv gereinigt werden. Das gilt besonders für Kühlschrank, Backofen sowie Spül- und Waschmaschine. 

Kühlgeräte enteisen und reinigen

Zum Glück müssen aktuelle Kühlgeräte nicht mehr regelmäßig abgetaut werden. Auch die Reinigung des TK-Bereich ist heutzutage kaum noch mit größerem mechanischem Aufwand verbunden. Falls sich dort aber doch eine Eisschicht abgelagert hat, sollte die allein schon aus Energiespargründen entfernt werden. Wichtig: Am besten reinigt man das Kühl- und Gefrierabteil getrennt. Denn während man sich am Tiefkühlbereich zu schaffen macht, kann man das TK-Gut im normalen Bereich kalt halten – selbst wenn das Gerät abgeschaltet wird.

Beim Enteisen helfen zwei Tricks: Kochendes Wasser und der Eiskratzer aus dem Auto. Zuvor muss das TK-Fach natürlich vollkommen leergeräumt werden; etwaige Schubladen kommen ebenfalls raus. Dann wird mit dem Wasserkocher so viel heißes Wasser erzeugt, dass eine passende Schüssel damit gefüllt werden kann. Die Schüssel kommt in den Tiefkühlabteil, die Tür wird geschlossen. Nach zehn bis zwölf Minuten kann man die Schüssel wieder entfernen und die angetaute Eisschicht mit dem Eiskratzer (immer nur solche aus Kunststoff verwenden!) entfernen.

Die meisten losen Teile im Kühlbereich können in warmem Wasser mit normalem Spülmittel gesäubert werden. Den vollständig ausgeräumten Kühlschrank wäscht man ebenfalls am besten mit warmem (nicht heißem!) Wasser und wenig Spülmittel aus. Gegen hartnäckige Gerüche hilft eine Nachbehandlung mit lauwarmen Zitronenwasser (Saft einer Zitrone auf 1,5 Liter Wasser).

Waschmaschine und Spülmaschine säubern

Die Schwachstellen in punkto Sauberkeit an der Waschmaschine sind das Flusensieb (sofern vorhanden), die Tür und vor allem die Vorrichtung für die Zufuhr von Waschmitteln. Als Reinigungsflüssigkeit eignet sich vor allem warmes Wasser mit Spülmittel. Damit sollte man nach dem Entfernen von vorhandenen Fasern und Waschmittelresten alle Flächen in der Maschine säubern, die man von Hand erreichen kann.

Falls eine Schublade mit mehreren Fächern für Waschpulver und Weichspüler vorhanden ist, kann diese nach einer Vorreinigung unter fließendem warmen Wasser gut in der Spülmaschine gereinigt werden; das gilt – je nach Konstruktion – auch für das Flusensieb. So richtig schön frisch wird die Waschmaschine, wenn man nach dieser ersten Säuberung zwei, drei saubere(!) Küchenhandtücher, die man mit wenig gut riechendem Spülmittel oder Flüssigseife beträufelt hat, ohne Waschmittel und Weichspüler beim 30° im Schonprogramm wäscht.

Beim Frühjahrsputz der Spülmaschine ist reine Handarbeit angesagt. Dazu werden alle demontierbaren Teile entfernt. Dann werden alle Speisereste am Boden der Maschine ausgewischt und ein eventuell vorhandenes Sieb sorgfältig gereinigt. Die Gitter und Körbe für Geschirr und Besteck kann man prima mit warmem Wasser unter der Dusche reinigen. Zum Schluss spendiert man dem Geschirrspüler eine Runde mit Tab, aber ohne Inhalt bei niedrigster Temperatur.

Alles entkalken

Übrigens: Je nach Wasserhärte vor Ort empfiehlt es sich, sowohl in der Wasch-, als auch in der Spülmaschine einen Zusatz anzuwenden, der Kalkablagerungen vorbeugt. Über die Wasserqualität und -härte informiert der Wasserversorger vor Ort.

Das Haushaltsgerät, das im Winter besonders oft zum Zuge kommt und am ehesten Kalk ansetzt, ist der Wasserkocher. Die Ablagerungen sind nicht nur unschön, sondern kosten auch Strom. Außerdem lösen sich beim Kochen oft feste Partikel aus dem Kalk, die den schönsten Tee ungenießbar machen. Weil im Kocher aber Trinkwasser verarbeitet wird, dürfen nach dem Entkalken keinerlei Rückstände im Kessel bleiben. Mächtige Entkalker, die für Abflüsse und Toilettenbecken gedacht sind, kommen also nicht in Frage.

Empfehlenswert sind nur spezielle Mittel zum Entkalken von Wasserkochern. Aber es geht auch mit Hausmitteln. Dazu eine Mischung aus Wasser und Weißweinessig im Verhältnis 1:1 ansetzen, die den Kocher zu etwa drei Vierteln füllt. Diese Mixtur dreimal nacheinander zum Kochen bringen und wieder abkühlen lassen. Zuletzt mit viel kaltem Wasser ausspülen.

Frühjahrskur für den Ofen

Nie hat jemand gern den Backofen saubergemacht. Bei alten Geräten war es mühselig und frustrierende, die verschiedenen Ablagerungen im Rohr zu entfernen. Zumal sich eingebrannte, verkohlte Partikel gegen jeden Versuch des Putzens wehrten. Heute sind die Wände der Öfen beschichtet, und wenn man das Innere – je nach Nutzung – drei- oder viermal im Jahr säubert, erzielt man immer den optimalen Zustand. Was aber, wenn man geschlampt hat und sich die unvermeidliche Fettschicht mit der Oberfläche verbunden hat?

Der erste Ratschlag: Hände weg vom Backofenspray! Die Produkte dieser Kategorie helfen nur bei eher normal verschmutzten Öfen, und die kriegt man auch mit Wasser und Spülmittel wieder in Schuss. Die Vorstellung, man müsse nur sprayen und dann den Schaum auswaschen, wird meist enttäuscht. Der zweite Ratschlag: Hat der Ofen eine Pyrolysefunktion, sollte man bedenken, dass diese enorm viel Strom verbraucht und deshalb wirklich nur drei- oder viermal jährlich eingesetzt werden soll.

Gegen Verkrustungen helfen ein paar bewährte Hausmittel. Boden und Bleche kann man mit Salz reinigen. Auf die schlimmen Stellen streut man sehr großzügig Salz. Dann schließt man die Tür und stellt auf ca. 60° Umluft. Nach einiger Zeit wird das Salz braun – es hat das Fett aufgesogen. Nun den Ofen abkühlen. Anschließend das Salz aufnehmen und auswaschen. Auch mit Dampf bekommt man das Backrohr sauber. Dazu eine feuerfeste Schüssel mit etwas einem Liter Wasser und dem Saft von vier, fünf Zitronen (Schalen einfach mit in das Wasser geben) auf den Rost auf unterster Stufe stellen. Ofen schließen und per Umluft auf 200° bringen. Die Säure der Zitrone löst sich im Dampf und tut ihr reinigendes Werk. Sobald etwa die Hälfte des Wassers verdampft ist, Ofen ausschalten. Anschließend die Flächen mit Wasser reinigen.

Fazit

Auch wenn die Reinigung der Elektrogroßgeräte nicht unbedingt zum Frühjahrsputz zählt, sie passt in das Konzept, das ganze Haus auf einen Schlag frisch und sauber zu bekommen.