Kann man Dessert auf dem Grill machen? Ja, man kann…

Wer je bei einem Grillsportverein zu Gast war oder als Zuschauer an einem BBQ-Wettbewerb teilgenommen hat, weiß, dass dabei auch Desserts zubereitet werden. Einzige Bedingung: Sie müssen auf dem Grill hergestellt werden. Und das ist nicht schwer, wenn man über mehr als einen kleinen Kohlegrill aus Blech verfügt. Dann kann man den Gästen diese vier Köstlichkeiten anbieten:

1. Ananas á la Barbados

Dass man das süße Riesending grillen kann, weiß jeder dritte BBQ-Amateur. Hier kommt aber eine ausgefuchste, karibische Version mit allem drum und dran:

Zutaten:

  • 1 Ananas
  • 2 Bananen
  • 8 cl Möglichst intensiver Karibik-Rum
  • 2 – 3 EL Honig
  • 1 – 2 EL brauner Rohrohrzucker
  • Limettensaft
  • Zimt-Pulver, frisch geriebene Muskatnuss, evtl. Nelken-Pulver

Zubereitung:

Strunk mit Blättern und Strunkende abschneiden. Ananas im Ganzen im geschlossenen Grill bei ca. 140° rund 2 Stunden garen. Natürlich kann währenddessen anderes Grillgut verarbeitet werden; man legt die Frucht am besten in eine kühlere Zone an den Rand. Nach anderthalb Stunden die beiden Bananen ungeschält dazu legen.

Ananas noch heiß der Länge nach vierteln und dann jeweils quer halbieren – ergibt also acht Portionen. Den Rum gleichmäßig auf den Achteln verteilen und jeweils sofort danach Rohrohrzucker darüber streuen und mit Limettensaft beträufeln. Bananen jeweils vierteln und mit Honig bestreichen. Beide Früchte mit etwas Zimt und Muskatnuss (wer’s mag auch mit Nelken-Pulver) bestreuen. Dazu kann man je eine Kugel Vanilleeis und/oder geschlagene Sahne reichen.

2. New-York-BBQ-Cheesecake

Das Besondere am NY-Käsekuchen ist der Boden aus Keksen. Das Spezielle am Cheesecake vom Grill ist das Raucharoma, das man ihm mitgibt. Und kompliziert ist dieses Rezept nicht – sofern man eine Springform hat, die den Smoker-Temperaturen standhält:

Zutaten:

  • 120 g Butterkekse
  • 100 g Butter
  • 3 mittelgroße Eier
  • 500 g Quark (40%)
  • 500 g Mascarpone
  • 160 g Zucker
  • 1 PK Vanillezucker
  • ein wenig abgeriebene Zitronenschale
  • Prise Salz

Zubereitung:

Butter im Topf schmelzen lassen und die Kekse in einem Plastikbeutel so fein wie möglich zerbröseln – man kann damit beginnen, den Beutel mit einer Pfanne zu traktieren und dann später mit den Händen weiterarbeiten. Die Form mit Backpapier auslegen und überstehende Ränder abschneiden. Krümel mit der Butter zu einer Masse verrühren und gleichmäßig in der Form verteilen. Bei 180° 6 bis 8 Minuten im geschlossenen Grill vorbacken.

Für die Cheese-Füllung Mascarpone, Quark, die aufgeschlagenen Eier und den mit Vanillezucker und Zitronenabrieb sowie einer kleinen Prise Salz vermischten Zucker zu einer glatten Masse verrühren – entweder mit dem großen Schneebesen in einer runden Schüssel (Kessel) oder gleich in der Küchenmaschine.

Die Füllung nun gleichmäßig auf dem vorgebackenen Boden verteilen und glattstreichen. Der Cheesecake sollte dann bei maximal 160°, eher 140° im geschlossenen Grill fertig gebacken werden. Ob er gar ist, kann man mit einem Holzspieß testen, den man mittig hineinsticht – bleibt nichts mehr von der Füllung beim Herausziehen daran haften, ist der Kuchen perfekt. Vor dem Servieren etwas abkühlen lassen – man kann ihn aber schon lauwarm essen.

3. Das Eis ist heiß

Was für eine verrückte Idee, Eis zu grillen! Aber weil es ja Dessert-Varianten gibt, bei denen Eis frittiert wird, scheint das ja zu klappen. Man muss das Eis eben nur ein wenig verpacken…

Zutaten:

  • ca. 1 l Eis am Stück
  • 1 Packung Filo-Teig (Yufka)
  • Puderzucker, wenig geschmolzene Butter

Zubereitung:

Am besten eignen sich Milcheissorten, also die Geschmacksrichtungen Vanille, Schoko, Nuss, Mokka etc. Dann braucht man feuerfeste Portionsförmchen wie man sie für Crème brûlée verwendet. Das Eis muss als Block vorliegen, also am Stück aus der Schale gestürzt worden sein. Dann schneidet man es in acht gleichgroße Würfel, die aber noch einmal sehr intensiv tiefgefroren werden müssen.

Am besten eignet sich runder Filo-Teig, es geht aber auch mit den eckigen Yufka-Blättern, die man in fast jedem türkischen Gemüseladen bekommt. Aus dem in drei oder vier Lagen übereinanderliegenden Filo-Teigblättern schneidet man Kreise mit dreifachem Durchmesser der Förmchen aus. Nun werden die Förmchen leicht ausgebuttert. In jede Form kommt ein Filo-Kreis, der innen leicht mit Butter bepinselt wird.

Dann muss es schnell gehen: Eiswürfel direkt aus dem TK in das Förmchen geben, überstehende Teile vom Filo-Kreis darüber schlagen und oben zu einer Spitze drehen. Die Förmchen kommen bei mindestens 220° auf den Rost; Deckel zu und grillen. Nach drei, maximal vier Minuten ist der Teig knusprig und das Eis gerade eben angeschmolzen. Mit Puderzucker bestreuen und servieren.

4. Erdbeer-S’more-Spieße

Jeder US-Amerikaner weiß, was ein S’More ist, denn diese Leckerei wird an jedem Lagerfeuer zubereitet: Marshmallows werden mit Schokolade zwischen zwei Keksen in den Flammen erhitzt. Klar, dass sich etwas Ähnliches auf dem Grill zaubern lässt:

Zutaten:

  • 24 nicht zu große Erdbeeren
  • 16 Marshmallows in Erdbeergröße
  • ca. 100 g geschmolzene Blockschokolade

Zubereitung:

Erdbeeren waschen und den Strunk ziehen. Je drei Früchte und zwei Marshmallows auf Spieße stecken und auf offenem Grill solange grillen bis sich dunkelbraune Stellen an den Marshmallows bilden. Vor dem Servieren leicht mit geschmolzener Schokolade überziehen.

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