Es ist viel zu heiß! So findet man trotzdem Schlaf

Bewohner von Dachwohnungen kennen den Effekt zur Genüge: Hat die Sonne im Sommer ein paar Tage vom blauen Himmel herab gestrahlt, wird es unter den Schrägen so richtig heiß. Und leider kühlt es sich im Domizil auch nicht von selbst wieder ab. Das gilt aber auch für Wohnungen in tieferen Etagen mit mehr oder weniger großen Fenstern, die tagsüber dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. In den warmen Ländern gehören deshalb Klimaanlagen oder wenigstens Ventilatoren zur Grundausstattung. Aber ein paar Maßnahmen helfen, die Überhitzung zu verhindern.

Die Sonne rigoros aussperren

Zwei Faktoren sorgen im Sommer für zu hohe Temperaturen in den Wohn- und Schlafräumen: die direkte Sonneneinstrahlung und die warme Luft von draußen. Beide gilt es auszusperren, soll es in der Wohnung halbwegs kühl bleiben. Grundsätzlich lässt sich dieses Ziel recht einfach erreichen. Gegen die Sonne hilft die Verdunkelung. Ob durch Rollläden, Jalousien und/oder Vorhänge – zwischen etwa acht Uhr morgens und ca. 18 Uhr am Abend sollte kein direktes Sonnenlicht in die Räume scheinen. Ist man während dieser Zeit ohnehin nicht zuhause, sondern auf der Arbeit, verschattet man in der Abwesenheit einfach alle Fenster der Wohnung.

Übrigens: Am stärksten schützen außen angebrachte Rollladen. Die zweitbeste Lösung sind Rollos oder Jalousien, die auf der Außenseite mit einer reflektierenden Schicht versehen sind. Und natürlich helfen auch Markisen, die Schatten auf Fenster und Terrassentüren werfen.

Und wer weder Rollläden, noch Rollos, Jalousien oder Vorhänge hat, der kann die Innenseiten der Fensterscheiben temporär mit Alufolien schützen; die lässt sich zwar nicht flächig kleben, aber mit doppelseitigem Klebeband ausreichend gut befestigen. Auch spezielle, transparente Hitzeschutzfolien helfen, die Hitze draußen zu halten.

Die warme Luft bleibt draußen

Natürlich heizt der heiße Stern auch die Außenwelt auf, wenn er siebzehn, achtzehn Stunden an einem Sommertag auf Hauswände, asphaltierte Straßen und Gehwege scheint. Die geben die Hitze an die Umgebungsluft ab, sodass die Temperatur selbst im Schatten Regionen jenseits der 30-Grad-Marke erreicht. Diese heiße Luft möchte man nicht in der Wohnung haben. Deshalb gilt: Tagsüber die Fenster geschlossen halten!

Gut haben es Menschen, deren Wohnung ganz oder teilweise nach Norden ausgerichtet ist und auch Fenster in dieser Richtung hat. Die können nämlich tagsüber zumindest einen Spalt weit offengehalten werden. So kommt kontinuierlich nicht allzu warme Frischluft in die Räume. Leider wird die Atmosphäre in Räumen, die am Tag nicht gelüftet werden, schnell stickig. Deshalb muss natürlich gelüftet werden.

Das sollte man tunlichst nur spätabends (im Sommer z.B. nach 22 Uhr) und frühmorgens tun (vor acht Uhr). Denn nur in sehr warmen oder schwülen Nächten kühlt sich die Luft draußen nicht spürbar ab. Im Normalfall sinkt die Lufttemperatur in Sommernächten doch um mindestens vier und meist um gut zehn Grad. Also reißt man die Fenster weit auf – am besten auf der Seite, die am wenigsten Sonne abbekommen hat. Auch Durchzug hilft. Den sollte man aber nur erzeugen, wenn dies nicht zu schlagenden Fenstern und Türen führt.

Sondermaßnahmen im Schlafzimmer

Wohlfühltemperaturen im Schafzimmer fangen mit der Bettwäsche an. Es versteht sich von selbst, in heißen Sommern eher dünne Bettdecken zu verwenden und das Bett mit leichten, kühlenden Stoffen zu beziehen. Ein beliebter Trick: Das gesamte Bettzeug wird tagsüber im kühlsten Raum der Wohnung (z.B. im fensterlosen Bad) gelagert.

Wer jeden Sommer unter der Hitze zu leiden hat, wird die Anschaffung eines mobilen Klimageräts ins Auge fassen. Brauchbare Klimaanlagen für kleine Räume gibt es beim EP:Fachhändler schon für knapp 300 Euro. Eine solche kühlende Maschine wird man aber vor allem in Zimmern einsetzen, in denen man sich tagsüber aufhält. Sehr angenehm wird es im eigentlich viel zu warmen Schlafzimmer, wenn man das Klimagerät ungefähr anderthalb Stunden vor dem Schlafengehen dort aufstellt und einschaltet; gleichzeitig sollte das Fenster einen Spalt weit geöffnet, die Zimmertür aber geschlossen werden.

Reizthema: Ventilator

Nicht ganz zu Unrecht nennt man einen Ventilator oft auch „Miefquirl“, denn mehr als die vorhandene Raumluft zu verwirbeln kann solch ein Gerät tatsächlich nicht. Aber weshalb nimmt man die Wirkung trotzdem als kühlend wahr? Weil die Luft an der mehr oder weniger feuchten Haut vorüberstreicht und den Schweiß verdunsten lässt, entsteht örtlich eine geringe Verdunstungskälte, die subjektiv erfrischt.

Und trotzdem wird der Ventilator als Helfer bei Hitze im Schlafzimmer unterschätzt. Klug eingesetzt unterstützt er das Lüften in der Zeit, wenn die Sonne noch nicht auf- oder schon untergegangen ist. Hat man beispielsweise das Fenster geöffnet und die Temperatur draußen liegt niedriger als drinnen, stellt man den Ventilator direkt am Fenster so auf, dass er die kühle Luft ansaugt und nach innen abgibt. Umgekehrt funktioniert es nicht: Warme Luft aus dem Raum können nur sehr, sehr große und starke Ventilatoren wirklich nach draußen befördern.