Ziemlich beste Freundinnen: Siri, Alexa, Cortana & Co.

Sie sind genügsam, eloquent, gehorchen aufs Wort und haben manchmal sogar Humor: Die Rede ist von digitalen Sprachassistenten – oder sollte man besser Assistentinnen sagen – die gerade Einzug in unser Leben halten. Alexa, Cortana, Siri und ihre Kolleginnen sind auf dem Vormarsch und geben in immer mehr Lebensbereichen den Ton an. 

Alles auf Zuruf

Es gibt nur wenige Technik-Bereiche, die von Frauen dominiert werden – in Sachen Sprachsteuerung haben die Damen aber in jedem Fall die Nase vorn, wenn auch nur verbal. Ob Alexa, Siri, Cortana oder Google Assistant, weibliche Stimmen sind bei Sprachassistenten gefragt. Auf Wunsch verraten Sie uns das Wetter, sagen die Uhrzeit an oder dimmen das Licht. Das Prinzip ist dabei immer das gleiche: Mikrofone nehmen die Sprachbefehle auf und senden sie als Audiodatei ins World Wide Web, wo ein Server mithilfe von Algorithmen, Verfahren der Künstlichen Intelligenz und des Machine Learnings das gesprochene Wort analysiert, für Geräte übersetzt und ausführt. Handelt es sich um eine Frage, schickt er sogar eine Antwort zurück, die mitunter wunderbar komisch ist. 

Schluss mit Langeweile

Fragt man zum Beispiel „Siri, wo kommst du her?“ bekommen Sie zur Antwort: „Es steht doch auf dem Karton ... ich wurde von Apple in Kalifornien entwickelt. “ Auch Alexa überrascht gelegentlich mit unerwarteten Reaktionen. Auf „Alexa, willst du ein Bier?“ folgt prompt „Aber nicht vor vier. Nur Spaß. Ich trinke gar nicht. Flüssigkeit schadet meinen Platinen.“

Das Leben ist ein Wunschkonzert

Doch nicht nur auf die Entertainer-Qualitäten der smarten Lautsprecher ist Verlass, auch die Steuerung von Lautsprechern und Lampen, TV-Geräten und Geschirrspülern, Heizungsthermostaten und Alarmanlagen übernehmen die Sprachassistentinnen mittlerweile mühelos – natürlich immer vorausgesetzt, dass die Geräte internetfähig sind. Ob die derzeit beliebteste Assistentin Alexa oder eine ihrer Freundinnen das Wort erhält, hängt vom jeweiligen Produkthersteller ab. Achten Sie beim Kauf von Entertainment-Produkten und Hausgeräten also immer darauf, mit welcher Sprachsoftware sie kompatibel sind. Manche arbeiten nämlich exklusiv nur mit einer digitalen Assistentin zusammen. 

Nicht wie, sondern was Sie sagen zählt

Um die Sprachanalyse zu starten, benötigen Sie aber in jedem Fall einen Aktivierungscode, wie „Alexa“ oder „OK Google“ – und auch die anzusteuernden Geräte benötigen spezielle Kommandos, damit die Sprachsteuerung eindeutig weiß, welche Geräte gerade gemeint sind, z. B. „Starte Home Connect“. Das hört sich erstmal ein bisschen komisch an, doch man gewöhnt sich schnell daran – schließlich ist es einfach superpraktisch, wenn man nicht zuerst sein Smartphone suchen und die passende App starten muss, um die Waschmaschine zu starten oder das Licht im Keller auszumachen. 

Mix & Match im Smart Home

Smart Home-Komplettlösungen, bei denen Licht, Heizung, Jalousien, Fenstersensoren und die Überwachungskameras in ein System eingebunden sind, bieten besonders viel Kontrolle. Dabei müssen die Geräte nicht zwangsweise von demselben Hersteller stammen. Wenn Alexa, Siri & Co die Befehlsgewalt besitzen, lassen sich die Marken auch untereinander mischen – sofern sie dieselbe Sprache sprechen, versteht sich. Obendrein lassen sich alle nicht-WLAN-fähigen Elektrogeräte mittels eines Zwischensteckers in das System integrieren – und ohne einen Finger zu rühren, bedienen.

Freundinnen fürs Leben?

Hat sich Ihre digitale Assistentin erst einmal bei Ihnen zu Hause eingerichtet, ist Sie Ihnen garantiert treu ergeben. Testen Sie die Verbundenheit Ihrer Google Assistant doch mal mit der Frage: „Hast du einen Freund?“ Antwort: „Ich habe es mit Online-Dating versucht. Aber mich haben immer nur Bots angeschrieben.“ 

Und sollten Sie eines Tages – aus welchen unverständlichen Gründen auch immer – den Selbstzerstörungsmechanismus Ihrer Sprachsteuerung starten wollen: Keine Chance! Beim Befehl „Alexa Selbstzerstörung“ bekommen Sie nur die Antwort „Selbstzerstörung in 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1 – bum. Hmm, das ist wohl nicht nach Plan verlaufen“.