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Mono, Stereo, Quadro, Surround – diese Aufnahme- und Wiedergabe-Varianten gibt es

Die Qualität von Musikproduktionen ist weit gekommen seit den Tagen der Erfindung der Tonaufzeichnung. Mit der richtigen Anlage fühlt es sich beinahe so an, als würde die Lieblingsband direkt ein Live-Konzert in den eigenen vier Wänden geben. Was aber versteckt sich hinter Begrifflichkeiten wie Mono, Stereo, Quadro und Surround-Sound?
 

Monophonie – ein Kanal erzeugt keinen räumlichen Klang

Die ersten Schritte in Richtung erwähnenswerte Tonaufnahmen erfolgten im 19. Jahrhundert – die wohl wichtigste Erfindung aus dieser Zeit dürfte der Phonograph von Thomas Alva Edison sein, der zunächst als eine Art Diktiergerät konzipiert war, aber schon bald auch zur Musik-Aufnahme und -Wiedergabe verwendet wurde. Seit dieser Zeit bis zur Entwicklung der Stereofonie in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgten Tonaufnahmen – und dementsprechend auch ihre Wiedergabe – im Zuge der Einkanaltechnik beziehungsweise Monophonie.
Die Monophonie muss mit nur einem Ton-Kanal auskommen und kann deswegen keinen Raumklang erzeugen oder wiedergeben. Mono-Aufnahmen sind heutzutage kaum noch zu finden, nachdem sich ab circa 1960 die Stereoaufnahmen durchgesetzt haben.
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Stereophonie – doppelt hält besser

Begünstigt durch Medien wie Musik-Cassetten, Stereo-Schallplatten und UKW-Stereo-Rundfunk hielt die Stereo-Technik erfolgreich Einzug auf heimischen Anlagen und Radios. Mit dieser Aufnahme- und Wiedergabetechnik kann beim Hörer mithilfe von zwei (oder mehr) Schallquellen ein räumlicher Schall-Eindruck erzeugt werden. Dieser Eindruck entsteht durch Unterschiede im Frequenz-Verhältnis und durch Unterschiede im Timing.
Das Zauberwort lautet hier Mikrofonpositionierung: ein Instrument wird zeitgleich von zwei Mikrofonen an unterschiedlichen Positionen aufgenommen. Die einzelnen Mono-Signale werden einem linken und einem rechten Kanal zugewiesen, was ein gewisses „Breiten-Gefühl“ erzeugt. Die kleinen Unterscheidungen zwischen den beiden Kanälen sorgen dann für den Stereo-Effekt. Mittlerweile wird oft erst am Mischpult eine künstliche Räumlichkeit produziert, die sich nicht mehr unbedingt an einer natürlichen Akustik orientiert.
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Tipp: Die Wiedergabe von Stereo

Idealerweise sitzt der Hörer mittig zwischen den beiden Ausgabelautsprechern, von denen jeweils einer den rechten und einer den linken Kanal wiedergibt. Als Abstandsmerkmal hat sich das sogenannte Stereo-Dreieck etabliert, bei dem der Platz des Zuhörers ein gleichseitiges Dreieck mit 60-Grad-Winkeln mit den Standorten der Lautsprecher formt. Das gilt allerdings nur als Anhaltspunkt und ist keinesfalls als feste Norm zu bezeichnen – oft hilft hier einfach nur ein bisschen Probieren. 


Quadrophonie – Sound im Viereck

Die Quadrophonie ist eine weitere Art der Mehrkanalaufzeichnung, die im Gegensatz zu Stereo gleich mit vier Kanälen arbeitet. Sie kann als Vorläufer der heutigen Surround-Technik gesehen werden, wurde aber in erster Linie für die Musikwiedergabe entwickelt. Hier liegt praktisch eine doppelte Stereo-Beschallung vor – vier Lautsprecher tönen aus vier Ecken. Aufgrund von hohen Kosten und mangelnder Kompatibilität mit den Abspielgeräten in Privathaushalten konnte sich die Quadrophonie nicht durchsetzen und verschwand wieder in der Versenkung.
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Surround – Musik von allen Seiten

Was in Heimkinos bereits gang und gäbe ist, kann unter gewissen Bedingungen auch für ein furioses Musik-Erlebnis sorgen. Insbesondere Aufnahmen von Live-Auftritten scheinen prädestiniert für die furiose Wiedergabe über mehr als nur zwei Boxen, um die pure Gänsehaut-Atmosphäre eines Konzerts ins Wohnzimmer zu bringen.

Das Ton-Material ist zwar im Moment noch rar – aber es existiert: Insbesondere im Klassik-Bereich sind einige Konzerte in 5.1 (oder höher) Surround Sound zu finden, die teilweise schon über bestimmte Radiosender zu empfangen sind – das richtig Signal und die entsprechende Ausrüstung vorausgesetzt. Aber auch Werke großer Künstler unserer Zeit finden sich mittlerweile in Surround-Sound – wegen der aufwendigen Produktion und (noch) eher geringer Nachfrage ist der Markt aber relativ übersichtlich.
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Um den Mehrkanal-Sound zuhause genießen zu können, sind – wie auch beim Surround-Film-Sound – natürlich ein entsprechender Receiver und passende Boxen vonnöten. Auch die Datenträger mit dem Tonmaterial müssen das richtige Format haben. Fähig zur Wiedergabe von Surround-Stücken sind folgende Formate:
 
SACD (Super Audio Compact Disc)
DVD (-Audio)
Blu-ray