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High Dynamic Range – eine neue Dimension des Fernsehens

Die nächste Stufe in puncto Bildqualität heißt HDR. Die Abkürzung steht für „High Dynamic Range“ und für einen dementsprechend großen Umfang der Dynamik – was im Fernseh-Alltag bedeutet, dass wirklich beeindruckend hohe Kontraste dargestellt werden können. Sehr tiefes Schwarz und weißestes Weiß kommen mit einem Helligkeitsunterschied daher, der seinesgleichen sucht. Wir haben zusammengetragen, was Sie als Verbraucher für den heimischen Fernsehgenuss über HDR wissen sollten.

Keine Schwarz-Weiß-Malerei

Nicht nur die beiden Gegensatz-Farben kann HDR besser darstellen: Die drei RGB-Grundfarben Rot, Grün und Blau kommen in einem größeren Spektrum und mit mehr Bits in filigraneren Abstufungen daher. Der Effekt von alldem ist eine realistischere bzw. natürlichere Darstellung von Bildern auf den HDR-Fernsehern. Der Ozean schimmert in tiefstem Blau, ein Wald erscheint in sattestem Grün und eine Rose in strahlendem Rot. HDR soll die Darstellung von problematischen Lichtverhältnissen ermöglichen und so beispielsweise auch Geschehnisse im Schatten sichtbar machen, ohne dabei die Außenwelt zu überstrahlen. Andersherum sind auch in besonders hellen Umgebungen mehr Details sichtbar. Die Hochkontrastbild-Darstellung nähert sich damit immer mehr dem an, was das menschliche Auge zu erfassen vermag.

 

HDR10 versus Dolby Vision

Zwei Standards haben sich für HDR im Bereich Fernsehen etabliert: auf der einen Seite der offene und lizenzfreie Standard HDR 10 und auf der anderen Dolby Vision aus den Dolby Laboratories. Was bieten die beiden jeweils?

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HDR 10 – der verbreitetste Standard

Fernseher mit dem HDR 10-Standard können mit zehn Bit arbeiten – was bereits 1.024 Helligkeitsstufen entspricht. Im Vergleich dazu schaffen herkömmliche Fernseher mit acht Bit nur 256 Helligkeitsstufen. Geräte mit dem HDR 10-Standard bringen also bereits eine große Steigerung der Bildqualität mit sich, scharfe und brillante Darstellungen faszinieren den Zuschauer und liefern ein sehr kontrastreiches Bild.
Vorsicht: Es kann vorkommen, dass ein Gerät nur als „HDR-kompatibel“ deklariert ist und somit nicht wirklich für die HDR (10)-Wiedergabe geeignet ist. Am besten vor dem Kauf eines neuen Fernsehers einen Blick ins Datenblatt werfen.

Dolby Vision – da geht noch mehr

Die Dolby Laboratories Inc. setzt mit ihrem Standard Dolby Vision noch einen drauf und ermöglicht mit zwölf Bit eine Darstellung von bis zu 4.096 Helligkeitsstufen. Hier werden die sogenannten Meta-Daten eines jeden Bildes einzeln übertragen – so ist ein besseres Anpassen an das jeweilige Display möglich.

Was braucht man für den HDR-Fernsehgenuss zu Hause?

Natürlich erst einmal einen HDR-fähigen Fernseher. Der möchte aber auch mit dem richtigen Material versorgt sein. Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video liefern bereits Fernseh-Material in HDR-Qualität, benötigen dafür aber auch die entsprechende Hardware. Die regulären Fernsehsender tun sich da schwerer – sie müssten ein entsprechendes Signal über einen extra Sender ausstrahlen. An dieser Stelle kann aber beispielsweise Dolby Visions in die Bresche springen, da es HDR einfach zum bisherigen HDTV sozusagen hinzuaddiert. Das setzt aber natürlich wiederum einen Fernseher mit einem Dolby-Decoder voraus.

Quellgeräte, die entsprechende HDR-Medien wie etwa Ultra-HD-Blu-rays wiedergeben können, müssen fähig sein, den sogenannten SMPTE-Code zu benutzen. Der Port, der hierzu an den Geräten nötig ist, ist HDMI 2.0a. Das gilt ebenso für Spielkonsolen, die ein HDR-Gaming-Erlebnis auf den heimischen Fernseher bringen sollen.

Orientierungshilfe UHD Premium

Damit der Verbraucher bei der Fernseher-Auswahl im HDR-Dschungel nicht verloren geht, gibt es das Label „UHD Premium“, welches die UHD Alliance – bestehend aus Geräteherstellern, Content-Anbietern und Video-on-Demand-Herstellern – ins Leben gerufen hat. Um das Label zu erhalten, muss ein Fernsehgerät unter anderem gewisse HDR-Kriterien erfüllen. Trägt ein Gerät die Deklarierung UHD Premium, hat man einen guten Anhaltspunkt für eine Kaufentscheidung.