Kasan - eine Schönheit putzt sich raus

Kasan blitzt und blinkt in diesen Tagen. Die Millionen-Metropole hat sich hübsch gemacht. Die Hauptstadt der halbautonomen Republik Tatarstan ist ohnehin ein wahres Schmuckstück. Die Lage an den zwei Flüssen Wolga und Kasanka lässt ein ganz besonderes Flair aufkommen. Majestätisch erhebt sich im Zentrum der jahrhundertealte Kasaner Kreml mit der farbenfrohen Kul-Scharif-Moschee. Entlang des Flussufers der Kasanka erstreckt sich eine Promenade mit zahlreichen edel wirkenden Restaurants. Dahinter türmt sich der pompöse Landwirtschaftspalast auf. Wie eine versteckte Schönheit tief im Osten Europas kommt Kasan daher.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft, so wirkt es, erscheint die Stadt noch einmal in einem ganz besonderen Glanz. Die Rasenmäher rund um den Kreml stehen kaum still. Perfekt getrimmt nach bestem englischen Vorbild ist der Park rund um das Wahrzeichen der Stadt. Die Straßenkehrer sind nahezu 24 Stunden im Einsatz und beseitigen jeden Bierbecher, jeden auf den Boden geworfenen Flyer, alle liegen gelassenen Essenreste umgehend. Man könnte meinen, Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich hat das Aufräumpersonal entsandt. Dem Hörensagen nach wird die Republik Tatarstan von Moskau mit genug finanziellen Zuwendungen bedacht. So halten die stolzen Tataren Russland die Treue. 


Iran vs Spanien
Kazan
Vor dem Spiel Iran vs. Spanien
Auf dem
Volunteer-Stand in der Fußgängerzone
Kazan Arena
Iran vs Spanien
Kazan
Vor dem Spiel Iran vs. Spanien
Auf dem
Volunteer-Stand in der Fußgängerzone
Kazan Arena

In den WM-Tagen findet man überall in der Stadt Fußball-Dekoration. Der „Boulevard“ von der U-Bahn-Station hin zur Fanzone leuchtet in den wenigen dunklen Stunden von Kasan taghell. Fußbälle und Symbole, die auf die Titelkämpfe hinweisen, gibt es an allen Ecken. Auch im Einkaufszentrum am Tukay Square ist nicht zu übersehen, dass Russland gerade Gastgeber des größten Fußball-Turniers der Welt ist. In der Baumana – der Fußgängerzone im Zentrum – reiht sich ein Souvenir-Shop an den nächsten. Und in den zahlreichen Kneipen tummeln sich von früh bis spät Fans aus aller Herren Länder.

Kasan ist nicht nur die Hauptstadt Tatarstans, es ist auch das islamische Zentrum Russlands. Beinahe die Hälfte der knapp 1,4 Millionen Einwohner sind Moslems. Die Kul-Scharif-Moschee ist die größte Moschee außerhalb Arabiens. Möglicherweise ist auch das ein Grund, warum es tausende Iraner nach Kasan zieht. Das Stadtbild ist in diesen Tagen geprägt von den grün-weiß-roten Flaggen der islamischen Republik. In der Kazan Arena herrscht bei der Partie gegen Spanien Heimspiel-Atmosphäre. „Iran, Iran“-Sprechchöre hallen in ohrenbetäubendem Lärm durch das Rund. Ein Ohrwurm, der auch in der ansonsten von den Kolumbianern dominierten Innenstadt nicht zu überhören ist. Fußball-WM-Feeling, auch das ist möglich in Russland. Kasan sei es gedankt.